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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Wer will eigentlich Krieg? Veranstaltungsreihe des Rügener Friedensbündnisses.
Rückblick auf die Veranstaltung mit Wolfgang Ullmann am 2. September 2003

friedensdiskussion

Am Tisch von links: Publizist Wolfgang Ullmann, Pastorin Pörksen
und Künstler Walter G. Goes. Singend der Sassnitzer Grundtvigchor.


News-History, Sassnitz, 2. September 2003 (ur)
. In bewegender Weise startete am 2. September 2003 von 19 bis 21 Uhr in Sassnitz die Vortrags- und Diskussionsreihe "Wer will eigentlich Krieg?" Das Rügener Friedensbündnis hatte eingeladen und über 70 Interessierte erschienen im Saal des Grundtvighauses in der Seestraße. So konnten die Veranstalter mit der Resonanz ebenso zufrieden sein wie die Organisatoren der Rügener Kabarett-Regatta, die sich am gleichen Abend über einen voll besetzten Theatersaal in Putbus freuen konnten. Während dort die Magdeburger Zwickmühle, "bestes politisches Kabarett" bot, faszinierte Wolfgang Ullmann viele in seinem Publikum mit einer engagierten Analyse der internationalen Situation von Krieg und Frieden. Er erinnerte daran, was alles über den Irak von den Kriegsbefürwortern gesagt wurde und wie sehr es sich als kriegsvorbereitende Manipulation erwiesen hat.
"Die Friedensbewegung", so Ullmann, "hatte recht als sie sagte: Es läuft auf Krieg hinaus!" Für Ullmann war dies zugleich ein Beispiel dafür, dass die Friedensbewegung nicht auf Illusionen, sondern auf politischen Einsichten und Tatsachen basiert." Er machte zudem deutlich, dass er nach wie vor an deren Möglichkeiten zur Beeinflussung von politischen Gegebenheiten glaubt. "Warum", so fragte Ullmann, "war die Revolution 1989 eine friedliche?" Und er antwortete: "Weil sie auf der Friedensbewegung basierte!"
Er machte dabei deutlich, wie sehr eine nicht politisch mit Strukturen strangulierte Bewegung eine Eigendynamik entwickeln kann, die in den Oktobertagen 1989 dazu führte, dass die noch zum 40. Jahrestag der DDR zur Schau getragene bewaffnete Stärke plötzlich wertlos wurde. Zugleich erinnerte Ullmann daran, dass damals das Politikziel Nr.1 die Herstellung einer Friedensordnung war. Wurde diese Politik "von weltfremden Idealisten gemacht?", fragte er und antwortete: "Nein. Es war die Einsicht, dass das Zeitalter der Supermächte vorbei war!" Auf jene, die das nicht begreifen wollen, zielte Ullmanns Antwort auf die Frage: "Wer will eigentlich Krieg?" Für ihn steht fest: "Wer glaubt, die Welt könne von Washington aus, vom Pentagon aus, regiert werden, der führt die Welt in chaotische Zustände... Die Supermacht Amerika basiert auf einer Illusion... Mit Geschäftemacherei kann keine Welt regiert werden." Ullmann verwies zudem darauf, dass Frieden auch einen sozialen Aspekt hat. Friede bedeute auch "Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung".
Wichtig sei, dass die Friedensbewegung klar macht, dass sie nicht nur gegen eine militarisierte Außenpolitik eintritt, sondern dass sie auch die "soziale und ökologische Dimension des Friedens im Auge behält".
Abschließend formulierte Ullmann Forderungen. Er sagte u.a.:
"1. Verbrechen gegen den Frieden müssen als solche benannt und bestraft werden... Wo kriminelle Handlungen vorkommen, kann es nur Gleichheit vor dem Gesetz geben, das gilt auch für die USA-Regierung"
2. "Die Politik der Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen ist gescheitert." Darum könne die Konsequenz nur der Einsatz für "das vollständige Verbot der Herstellung und Lagerung von Massenvernichtungswaffen" sein.
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. "Wir müssen als Friedensbewegung darauf dringen, dass nicht noch einmal Kulturgut zerstört wird." Dabei erinnerte er an Geschehnisse während der jüngsten Kriege. "Die UNESCO", so Ullmann, "muss festellen, was vernichtet wurde". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.
4. "Weltressourcen dürfen nicht mehr privatisiert werden. Die Weltressourcen sind als Menschheitseigentum sicher zu stellen. Niemand soll das Recht haben, seine Hand darauf zu legen." Dabei erwähnte er u.a. das irakische Öl. In nationaler Hinsicht betonte Ullmann, die Verpflichtung zum Frieden durch die Verfassung. Diese Verfassungslage müsse "endlich wieder klar gestellt" werden. So darf sich die Bundesrepublik entsprechend ihrer Verfassung nicht an einem Angriffskrieg beteiligen. Ullmann forderte ferner, dass die Außenpolitik wieder "transparent gemacht werden" muss. Er trat für weitere Aktionen der Friedensbewegung ein, wandte sich aber gegen Debatten über neue Organisationsstrukturen. Es komme auf Aktionen an, sobald Debatten über Organisationsstrukturen beginnen "sei die Sache vertan". Diesen Standpunkt vertrat er auch in der Diskussion nach dem Vortrag. Gegen 21 Uhr beendete Pastorin Pörksen den Reigen von Fragen, Antworten und Meinungen im großen Saal des Grundtvighauses. Sie verwies auf die gemütlichen Möglichkeiten zur Fortsetzung der Diskussion in kleinen Kreisen im Raum nebenan, was dann auch geschah. Zuvor sang wieder wie zu Beginn der Veranstaltung der Grundtvigchor. Mit Gedichten trug der Künstler Walter G. Goes zur Friedensatmosphäre im Saal bei.

Afghanistan-Krieg: Neue Afghanistan-Strategie der USA, in Deutschland Verlängerung des
ISAF-Bundeswehrmandates und Afghanistan-Konferenz am 28. Januar 2010 in London

News vom 8. Dezember 2009 Deutschland / Berlin (ur). Am 27. November lautete der Titel der News: "Deutschland, Bundesregierung: Kabinettsumbildung nach Afghanistan-Skandal, der zum Rücktritt von Franz Josef Jung als Arbeitsminister (zuvor Verteidigungsminister) führte". Seit dieser Zeit geschah sehr viel in schneller Folge, was grundsätzlicher Natur ist und als Wissen zur Entwicklung der Afghanistan-Politik in den USA und Deutschland in der Erinnerung bleiben sollte. Weiterlesen

 



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