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/ © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)
Umweltverschmutzung in der Ostsee und am Strand im Norden von Rügen.
News, Infos und Fotos von der Paraffin-Verschmutzung am Ostseestrand
Editorial, 25. Mai 2010 (ur). Die Fotos mit der Verschmutzung des Ostseestrandes machte ich am 20. Mai 2010 bei starkem Seenebel vor der Steilküste der Kreptitzer
Heide, die sich zwischen Dranske und Kap Arkona im Norden von Rügen befindet. Im NDR und Internet wurde schnell darüber berichtet. In der einzigen regionalen Tageszeitung, die entlang der gesamten Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern erscheint, kam die Umeltverschmutzung der Ostsee und des Strandes im Norden von Rügen am 21. Mai nur als kleine DPA-Meldung auf Seite 5 vor. Die 14 Zeilen haben die Überschrift: "Paraffin in der Ostsee und an Stränden von Rügen". Der Zeitungsaufmacher auf der Seite 1 der OZ ist an diesem Tag ein 5-spaltiges Foto mit dem Titel "Ich liebe Eisbein" - Don King im Neptun. Das ist natürlich so enorm wichtig, dass es die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern unbedingt als Spitzennachricht mit Riesenfoto gleich oben auf Seite 1 erfahren müssen... Am 22. Mai in den Morgenstunden übernahm das "Havariekommando, Gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer" die Gesamteinsatzleitung zur Beseitigung der Paraffinverschmutzung am Ostseestrand im Norden von Rügen und gab diese am 23. Mai um 20 Uhr wieder ab. Um 19.32 Uhr meldete das Havariekommando, das seit den Morgenstunden des 22. Mai die Gesamteinsatzleitung hatte, das Ende seines Einsatzes. Es seien "18 Kilometer Strand gereinigt" und"100 Kubikmeter Paraffinklumpen eingesammelt" worden. Auch die OZ als einzige regionale Tageszeitung, die an der gesamten Ostseeküste von MV ihr Verbreitungsgebiet hat, gab am 25. Mai Entwarnung und meldete, "Rügener Strände von Paraffin gereinigt". Doch beim Spaziergang an der Ostsee entdeckte ich am Abend des 24. Mai beim Sonnenuntergang Paraffin. Davon künden die folgenden drei Fotos.
News-History: Weiter unten folgt eine Dokumentation in Form von News, die von
der Reaktion der Behörden auf die Umweltverschmutzung mit Paraffin künden.
Havariekommando meldet die Reinigung von 18 Kilometer Strand im Norden
der Insel Rügen
und das Einsammeln von 100 Kubikmeter Paraffinklumpen
23. Mai 2010 in den Abendstunden Ostsee/Rügen (ur). Die Pressestelle des "Havariekommandos,
Gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer" (Am Alten Hafen 2 in 27472 Cuxhaven) teilte am 23. Mai 2010 um 19.32 Uhr per Mail mit:
Paraffinverschmutzungen auf Rügen
Reinigungsarbeiten abgeschlossen
Heute in den frühen Abendstunden wurden die Reinigungsarbeiten an der Nordküste Rügens erfolgreich beendet.
Mehr als 100 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der Freiwilligen Feuerwehren auf Rügen sind die Strände abgegangen und haben rund 100 Kubikmeter Paraffinklumpen eingesammelt. Insgesamt wurden 18 Kilometer Strand gereinigt. Besonders die Reinigung des Kieselstrandes in der Nähe von Kap Arkona gestaltete
sich aufwändig.
Das Überwachungsflugzeug des Havariekommandos (DO 228) hat heute das Seegebiet nördlich Rügens überflogen, dabei aber keine Verschmutzungen mehr festgestellt, so dass mit weiteren Paraffinanlandungen nicht mehr zu rechnen ist.
Das Havariekommando gibt die Gesamteinsatzleitung um 20 Uhr ab.
Das Paraffin stammt möglicherweise aus der Ladung eines vorbeifahrenden Schiffes. Die Wasserschutzpolizei ermittelt. Die Verschmutzung war am Donnerstag von der Besatzung eines Fischereiaufsichtsbootes in einem Seegebiet vor Kap Arkona entdeckt worden. Das Havariekommando hatte gestern morgen die Gesamteinsatzleitung übernommen. Das Paraffin ist nicht wassergefährdend. Es schadet auch der Gesundheit nicht, solange man es nicht isst oder in die Augen reibt.
Arbeiten zur Beseitigung der Umweltverschmutzung haben begonnen.
22. Mai 2010 in den Vormittagsstunden Ostsee/Rügen (ur). Gegenwärtig sind die Arbeiten zur Beseitigung der Paraffin-Verschmutzung am Ostseestrand von Rügen in Gang. Betroffen sind nur Strandabschnitte ganz im Norden der Insel. Bereits etwas weiter südlich im Bereich der beliebten Schaabe zwischen Juliusruh und Glowe habe ich zumindest gestern Abend beim Baden kein Paraffin in der Ostsee entdeckt. Zum Hintergrund der Verschmutzung siehe die News vom 21. Mai weiter unten auf dieser Seite.
Bei den Paraffinen am Strand handelt es mit großer Wahrscheinlichkeit um Ladungsreste
eines vorbeifahrenden Schiffes, die dieses widerrechtlich in die Ostsee gekippt hat.
21. Mai 2010 in den Vormittagsstunden Ostsee/Rügen (ur). Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern übermittelte heute um 10.03 Uhr ihre seine Mitteilung Nr. 131/2010 an die Medien und versah sie mit dem Titel:
Havariekommando erkennt "komplexen Schadensfall" an – Strand wird beräumt
Nachfolgend der Text dieser Information des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV:
Bei den am Strand vor Dranske auf Rügen angespülten Klumpen handelt es sich tatsächlich um Paraffine (Kerzenwachs). Die Untersuchungen in einem Industrie- und Umweltlabor haben die gestrigen Annahmen bestätigt, dass diese Stoffe weder wasser- noch gesundheitsgefährdend sind, es sei denn sie werden gegessen oder in die Augen gerieben.
Umweltminister Backhaus nahm diese Nachricht heute morgen erleichtert zur Kenntnis. Aufgrund des Ausmaßes der Verschmutzung hat das Havariekommanando in Cuxhaven auf Bitten des Landes Mecklenburg-Vorpommern den "komplexen Schadensfall" anerkannt. Das Havariekommando wird demnach die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung der Verschmutzung koordinieren.
"Ich gehe davon aus, dass die Maßnahmen jetzt zügig anlaufen und der Strand schnell bereinigt wird. Im Moment bietet der Strand natürlich keinen erbaulichen Anblick Für die Rüganer und die Touristen besteht jedoch keinerlei Gefahr. Die bereits im Internet vorhandene Warnung vor Besuchen der Insel Rügen entbehrt jeglicher Grundlage und ist verantwortungslos", so der Minister.
Bei den Stoffen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Ladungsreste eines vorbeifahrenden Schiffes, die diese widerrechtlich in die Ostsee gekippt hat. Die Wasserschutzpolizei ermittelt.
Sobald diese Umweltverschmutzung an Strand von Rügen beseitigt ist und mehr zu ihrem Verursacher bekannt ist, erscheint auf dieser Seite gleich unterhalb des Editorials eine weitere News.
HISTORY. Dokumentation, Medieninformation Nr. 129/2010 - 20.05.2010 - LU - des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz von Mecklenburg-Vorpommern:
Verschmutzung von Küstenabschnitten auf Rügen festgestellt – Proben werden derzeit analysiert
Am Küstenabschnitt nördlich vor Dranske bis Arkona wurde heute Nachmittag durch die Fischereiaufsicht eine parafinartige gelbliche Masse gesichtet. Nach Öl riechende Klumpen und Flocken wurden bereits angespült. Die Verschmutzung erstreckt sich vom Ufer über ca. 1,5 Seemeilen ins Küstenmeer und ca. 5 Seemeilen östlich Arkona in die Tromper Wieck. Dadurch könnten zunächst 12 Küstenkilometer mit den Badestränden des Campingplatzes Nonnevitz betroffen sein.
Proben der parafinartigen Masse wurden bereits genommen und werden derzeit in einem Industrie- und Umweltlabor untersucht.
Die Ergebnisse werden morgen früh erwartet. Daraus wird auch ersichtlich, ob es sich eventuell um wassergefährdende bzw. gesundheitsgefährdende Stoffe handelt. Erst dann kann man die Entsorgungsmaßnahmen zielgerichtet und dem Stoff entsprechend einleiten.
Derzeit kümmern sich entsprechend der Zuständigkeiten der Landkreis und das STAUN Stralsund um die Einleitung der notwendigen Maßnahmen. Das Technische Hilfswerk ist in Bereitschaft versetzt worden. Das Havariekommando in Cuxhaven wurde informiert. Wenn das Ereignis als komplexer Schadensfall bewertet wird, würde das Havariekommando die Schadensbekämpfung koordinieren. Das ist abhängig von der Schadstoffanalyse und des Unfangs der Verschmutzung und kann demnach auch erst nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse entschieden werden.
Die Ursache bzw. der Verursacher des Schadens ist unbekannt.
Umweltminister Dr. Till Backhaus fordert die Bürger zu äußerster Vorsicht auf. "Wir gehen zwar derzeit davon aus, dass für den Bürger keine akute Gefahr besteht. Dennoch sollte man einen Kontakt mit diesen Stoffen vorsorglich vermeiden."
Anmerkung 2011: Das Ermittlungsverfahren zu dieser Umweltverschmutzung ist noch nicht abgeschlossen, aber alles deutet gegenwärtig darauf hin, dass ein Tanker unter italienischer Flagge der Sünder war. Falls Sie mehr wissen, dann schreiben Sie bitte an: Mailadresse
Mehr WISSEN nicht nur über Rügen, die Übersicht hier: News und Infos von GLOBALbis RÜGEN
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