www.ruegen-akademie.de

www.ruegen-akademie.de
/ MEHR WISSEN über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Frieden: Die Osterspaziergänge in Sassnitz auf der Insel Rügen

Tauben auf der Insel Rügen bei ihrem Flug von Sassnitz nach Gingst, gestartet beim Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses als Symbol der Friedenshoffnung

Sassnitz auf Rügen (ur). Auf Rügen ist manches ein wenig anders und doch mit anderem wesensverwandt: Wenn andere getreu ihrer Tradition von Ostermarsch sprechen, sagen Rüganer schon seit Jahren Osterspaziergang. Sie marschieren nicht auf Straßen, sondern gehen am Ostermontag im Sassnitzer Stadthafen in einer nachdenklich-lebensfrohen Weise spazieren. Dabei ist es zur Tradition geworden, dass sich am Ende der Veranstaltung Tauben als Symbol der Friedenshoffnung in den Himmel erheben. Es sei denn, es ist noch zu eisig für sie und sinnvoller im Warmen zu verweilen

Zum Osterspaziergang 2018 teilte das Rügener Friedensbündnis in seiner Einladung zur Teilnahme u.a. mit: "Mit dieser Aktion setzt sich die Rügener Friedensbewegung für Dialog statt Gewalt und für Frieden statt Krieg ein. Sie fordert die Bundesregierung auf, abzurüsten statt aufzurüsten. Als Redner sind dabei: Kerstin Kassner (MdB DIE LINKE), Peter Nieber (Pastor), Marlies Preller (NABU Rügen) und Walter G. Goes (Künstler). Die Moderation übernimmt Dieter Holtz. Auch der Osterhase ist wieder dabei. Als Symbol der Friedenshoffnung werden sich weiße Tauben in den Himmel erheben." Am Ostermontag 2018 weilten meine Gedanken immer wieder in Sassnitz. Da ich dieses Mal nicht anwesend war, möchte ich mit meinen Fotos von 2017 auf die Tradition dieses ganz besonderen Osterspaziergangs auf Deutschlands größter Insel aufmerksam machen.

Geschichte: Ostermontag 2017 auf der Insel Rügen.

Kerstin Kassner

Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (Die Linke), hinter ihr rechts der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht

Editorial (ur). Nach dem Osterspaziergang übermittelte das Rügener Friedensbündnis eine Mitteilung an die Medien. Sie folgt jetzt und hat den Titel.

Bunter Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses
mit klarer Friedensbotschaft am Ostermontag in Sassnitz

Am Ostermontag 2017 konnte Moderator Dieter Holtz mehr als 160 Teillnehmer zum inzwischen schon zur Tradition gewordenen Osterspaziergang im Stadthafen von Sassnitz begrüßen, darunter Gäste der Friedensbündnisse aus Greifswald, Stralsund und Rostock und von der Bewegung „Afghanistan nicht sicher“. Viele Politiker, vor allem aber Einwohnerinnen und Einwohner der Insel, unter ihnen Asylbewerber sind der Einladung des Rügener Friedensbündnisses gefolgt. Ein Zeichen, dass sich viele Menschen Sorgen um den Zustand der Welt und die Zunahme von Konflikten und Militarisierung machen. Der Bergener Künstler Walter G. Goes sprach von einem Gefühl der Ohnmacht, dass ihn, dass uns alle krank mache und setzt fort: „Es bringt mich in Rage: Wie viel menschliches Glück, wie viel Liebe durch Kriege gnadenlos zerstört wird, wieder und wieder.“

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht begrüßte nicht nur die Teilnehmer, sondern konnte über die Arbeit des  weltweiten Bündnisses „Mayers for Peace“ sprechen, zu dem inzwischen auch das Ostseebad Binz mit Bürgermeister Karsten Schneider gestoßen ist. Weitere Redner wie Thomas Würdisch (SPD), Christine Zillmer (CDU) und Sebastian van Schie (Bündnis 90/Die Grünen) thematisierten nicht nur die schwierige Weltlage, sondern die Auswirkungen auf die Menschen und Politik vor Ort und ganz besonders die Erwartung an die Politik, insbesondere das mehr Energie in den politischen Dialog und die friedliche Lösung von Konflikten investiert werden müsse. Auf ein hochaktuelles Thema ging Ernst Ludwig Iskenius, „Ärzte für die Verhinderung eines Atomkriegs...IPPNW“ ein. Noch nie seit den fünfziger Jahren sei die Gefahr eines atomaren Weltbrands größer gewesen als heute. Er rief zum Widerstand gegen Pläne zur weiteren atomaren Aufrüstung und Modernisierung von Atomwaffen auf und erklärte bisher erst noch vereinzelten politischen Forderungen nach einem deutschen Atomwaffenbesitz eine klare Absage.

Pastor Peter Nieber bezog sich u.a. in seinen Worten auf die Würde, das Lebensrecht jedes Menschen und unsere daraus resultierende Verpflichtung als Europäer, mehr für die große Zahl an Flüchtlingen zu tun, um ihnen mit unserer Unterstützung zu ermöglichen, sich in ihrer Heimat ein gutes Leben aufzubauen. Dazu sollten wir statt Waffen mehr Export an Wissen und Fähigkeit zur friedlicher Konfliktlösung exportieren.

Nach dem Gang auf die Mole setzte sich die Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (DIE LINKE) mit der Pervertierung des Begriffs Mutter durch die US-Administration auseinander, die ihre kürzlich über Afghanistan abgeworfene Riesenbombe „Mutter aller Bomben“ bezeichnete, obwohl das Wort Mutter der Inbegriff von Liebe und neuen Lebens sei.

Walter G. Goes fand die passenden Worte zum Aufstieg der Tauben in den Ostseehimmel: „Die Taube wurde für mich und für viele andere zur Botschaftsträgerin des Friedens, die sich hoch aufschwang über Länder und Grenzen hinweg und zur Arche der Bedrohten, Verängstigten, an den Ungerechtigkeiten ihrer Zeit Leidenden zurückkehrte, uns Mut machte Grenzen zu überwinden.“

Rügener Friedensbündnis

Frieden

Frieden

Friedenstauben

Rügen: Teilnehmer am
Osterspaziergang der
Friedensbewegung
am Ostermontag 2017
in Sassnitz auf Rügen,

Wir wollen Frieden!

Frieden

Frieden-03

DFG

Frieden

Frieden-05

Frieden kostet Mut

Dieter Holtz

Moderator Dieter Holtz
in Sassnitz am 17.04.2017

Redner während der
Friedensveranstaltung:

Künstler Walter G. Goes

Künstler Walter G. Goes

Ernst Ludwig Iskenius

Ernst Ludwig Iskenius,
Arzt, IPPNW

Frank Kracht

Frank Kracht,
Sassnitzer B
ürgermeister

Pastor Peter Nieber

Pastor Peter Nieber

Sebastian van Schie

Sebastian van Schie
Bündnis 90/Die Grünen

Thomas Würdisch

Thomas Würdisch,
SPD-Kreisvorsitzender

Christine Zillmer

Christine Zillmer,
CDU-Kommunalpolitikerin
für Sassnitz und Rügen

www.ruegen-akademie.de