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Wer indes denkt, er könne von Rügen kommend die Insel Vilm einfach vom Eis aus betreten, der irrt. Das erfuhr auch ein Junge, der vor den Erwachsenen die Insel erreichte und an Land gehen wollte. Er wurde von einem Mann auf das Verbot des Betretens der Insel ohne Erlaubnis aufmerksam gemacht. Der Mann hatte die Eiswanderer schon mit dem Fernglas beobachtet.
Dass man die Insel Vilm nicht einfach betreten darf, ist nicht neu. Das war schon seit 1959 in der DDR so. Damals erfolgte die Übernahme der Insel Vilm durch den Ministerrat der DDR. In der Folgezeit wurde die Insel Vilm für den öffentlichen Besucherverkehr gesperrt. Auf der Insel entstanden elf Häuser (Gästehäuser, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude). Hohe Funktionäre, einschließlich der DDR-Staatschefs Walter Ulbricht und Erich Honecker weilten hier. Abgeschirmt von der Bevölkerung verbrachten sie hier ihre freien Tage. Damit war die Zeit der starken öffentlichen Nutzung der Insel Vilm vorüber. Zu dieser war es in den Jahren 1957/58 gekommen. Damals gab es eine öffentliche Gaststätte auf der Insel. Fahrgastschiffe sollen zeitweise täglich bis zu 700 Menschen auf die Insel gebracht haben. Für einen solchen Besucherstrom wurde die Insel Vilm auch am Ende der DDR-Zeit und danach nicht mehr geöffnet. Vielmehr kam es unmittelbar vor dem Ende der DDR-Zeit am 1. Oktober 1990 zur Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung Biosphärenreservat Südost-Rügen.
Die Insel Vilm dürfte zumindest naturverbundenen Tagungsteilnehmern wie das Paradies auf Erden vorkommen. Zur Herrlichkeit der Natur kommen beste Tagungsbedingungen, da man hier im Unterschied zum biblischen Paradies Vom "Baum der Erkenntnis" naschen kann und soll. Die Naturschutzakademie verfügt gegenwärtig über einen großen Tagungsraum mit Video- und Computer-Projektion, Overhead- und Diaprojektoren, Dolmetscheranlage, Tonaufzeichnungsanlage, Flipcharts, Stellwände, Fernsehen und Videothek sowie fünf Gruppenarbeitsräume und ein Tagungsbüro mit Telefon sowie EDV-Ausstattung einschließlich E-Mail und Internet. Hinzu kommt ein Tagungsservice. Für die Tagungsteilnehmer gibt es Einzel- und Doppelzimmer in neun gut ausgestatteten Gästehäusern mit Telefon und Terrasse. Die folgenden Fotos entstanden natürlich nicht heute, sondern im vergangenen Mai. Zu sehen sind zwei der Gästehäuser auf der Insel Vilm und eine der herrlichen Aussichten vom Steilufer der Insel:
Bedenkt man auf das den Tagungsteilnehmern offerierte Essen und Trinken, dann vollendet sich der Eindruck vom Paradies auf Erden. Das Angebot der Naturschutzakademie auf der Insel Vilm lautet: Wir bieten Ihnen vorwiegend Produkte aus ökologischem und regionalem Anbau. Die regionalen Produkte - egal ob bio oder nicht - haben bei uns Vorrang, um lange Transportwege zu vermeiden, nur frische Ware anzubieten und die lokale Wirtschaft zu stärken. Auf Vilm lernen Sie auch saisonale Spezialitäten kennen, wie Hering im Frühjahr und Herbst, Hornhecht im Frühsommer, Bärlauchsuppe, Sanddornsaft und Rügener Kohlspeisen. Kaffee und Tee beziehen wir nur aus gerechtem Handel und ökologischer Produktion. So leisten wir unseren Beitrag für eine gerechtere und gesündere Welt mit einer höheren Artenvielfalt. Das macht doch Lust auf eine Tagung auf der Insel Vilm? ODER? Wer sich dafür interessiert, der kann sich gegenwärtig zwecks weiterer Infos an folgende Telefonnummer wenden: +49(0)38301-86-0. Wenn es um die Anmeldung oder Konzeption von Veranstaltungen geht, dann stehen gegenwärtig folgende Mitarbeiter als Ansprechpartner zur Verfügung: Gisela Stolpe (Durchwahl: -113), Norbert Wiersbinski (Durchwahl: -111), Judith Jabs (Durchwahl: -115) und Andrea Strauss (Durchwahl:-147).
Was bleibt ist die Vorfreude auf die nächste Wanderung über das Eis zum Paradies auf Erden, auch wenn man es ohne Erlaubnis nicht betreten kann. Bei der Eiswanderung ist der Weg das Ziel und vielleicht ist das nächste Mal der Wind nicht ganz so eisig und die Sicht bedeutend besser. Diese Vorfreude auf die nächste Eiswanderung ist natürlich keine Aufforderung dazu, es ebenfalls zu tun. Auf's Eis sollte man sich nur begeben, wenn man sich auf dem Gewässer bestens auskennt und weiß, dass es gefahrlos ist. Auch heute war dies nicht überall während des ganzen Tages zwischen den Inseln Rügen und Vilm der Fall. Das wird auch zumindest vorerst so bleiben, u.a. wegen der Arbeit eines Eisbrechers in der Fahrrinne zwischen Lauterbach auf Rügen und der Insel Vilm. Zurück zur News-Übersicht: News-Chronik
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