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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Deutsches Rotes Kreuz: DRK will Erdbebenopfer in Haiti mit mobiler Klinik helfen. Start nach Haiti für morgen früh geplant. "Warum so spät?" Interview mit DRK-Präsident Rudolf Seiters.

15. Januar 2010 Haiti / Deutschland (ur): Ein Erdbeben der Stärke 7 verwüstete nach deutscher Zeit am 13. Januar große Flächen Haitis und führte zu einer noch nicht bekannten sehr großen Anzahl von Toten und Verletzten. Das Rote Kreuz gehe von 50.000 Toten aus meldete heute Abend die Tagesschau. Das Epizentrum des Bebens lag in der Region um die Hauptstadt Port-au-Prince und die Stadt Carrefour. Im Rahmen einer Hilfsaktion des Deutschen Roten Kreuz für die Erdbebenopfer in Haiti wurde heute im Rotkreuz-Logistikzentrum in Berlin-Schönefeld eine Frachtmaschine mit einer mobilen Klinik beladen.

Warum erst jetzt? Die Antwort darauf gab DRK-Präsident Rudolf Seiters heute um 12 Uhr in einem Interview für die Tagesschau. Hier der Link zum Video: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video637724.html

Mit der mobilen Klinik können nach Angaben des DRK täglich rund 250 Menschen ambulant versorgt werden. Wenn alles wie geplant verläuft, dann wird die Iljushin 76 mit einem Team aus Ärzten, Krankenschwestern, einer Hebamme, einer Laborantin und Technikern am morgigen Samstag gegen 06.00 Uhr ins Erdbebengebiet von Haiti aufbrechen. Dazu erklärte das DRK u.a.:

Mit an Bord gehen der Arzt Dr. Thomas Moch aus Breitnau / Baden-Württemberg, der Techniker Johann Keppeler aus Augsburg / Bayern und der Krankenhaus-Administrator Holger Schmidt aus Kreuztal / Nordrhein-Westfalen.

Dr. Thomas Moch: „Wir rechnen auch Tage nach dem Beben noch mit zahllosen medizinisch unversorgten Menschen. Vor allem Schwangere, ältere Menschen und Kinder müssen jetzt schnell behandelt werden. Für sie wird die desolate hygienische Situation ohne sauberes Trinkwasser schnell lebensbedrohlich. Es droht die Katastrophe nach der Katastrophe.“

Die Iljuschin 76 fliegt voraussichtlich nach Port-au-Prince. Dort kann die modular aufgebaute Klinik innerhalb von 36 Stunden in Betrieb genommen werden und 250 Patienten täglich versorgen.

Zur Klinik gehören eine Mutter-Kind-Station für Entbindungen und Geburtsnachsorge sowie weitere Zelte für Untersuchungen und Behandlungen, ein Feldlabor mit Apotheke, eine Küche, Wassertanks, Toiletten und ein Stromgenerator. Nach dem Einsatz wird die Gesundheitsstation zum Aufbau lokaler Infrastruktur in Haiti bleiben.

Bilder von den schlimmen Zuständen in Haiti zeigte die Tagesschau heute in ihrer Sendung ab 20 Uhr.
Hier der Link: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video638028.html

Auffallend in vielen deutschen Medienmeldungen ist es, dass man Haiti mehr oder weniger offen als funktionierenden Staat abgeschrieben hat. Hilfe könne nur von außen kommen und auch nur von hier organisiert werden. Bereits vor dem Erdbeben war indes die Charakterisierung Haitis als "Gescheiterter Staat" ("Failed State") nicht nur im deutschsprachigen Raum anzutreffen. Der im Westteil der Karibik-Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegene Staat Haiti wurde also damit als ein Staat definiert, der seine grundlegensten Funktionen für die Bevölkerung nicht mehr erfüllt. Da das Erdbeben auch den Präsidentenpalast und weitere Teile der Infrastruktur des ohnehin schwachen bzw. "gescheiterten" Staates verwüstet hat, ist die Situation jetzt besonders problematisch. Hilfsorganisationen, die aufgrund der Infrastruktur des Landes nicht gleich bis in die Hauptstadt Haitis gelangen können, reisen daher erst einmal bis in die an Haiti angrenzende Dominikanische Republik im östlichen Teil der Karibik-Insel Hispaniola und versuchen dann von hier in die Erdbebengebiete Haitis zu kommen.

Angesichts von aktuellen Filmberichten über die nicht ausreichenden Kapazitäten zur gesundheitlichen Versorgung der Erdbebenopfer in Haiti bleibt nur zu wüschen, dass die mobile Klinik des Deutschen Roten Kreuz möglichst schnell nach Haiti gelangen kann und hier dann auch umgehend zum Einsatz kommt.

Für die Hilfe auf Haiti ist das Deutsche Rote Kreuz dringend auf Spenden angewiesen: Aktueller
Spendenaufruf für Haiti hier: http://www.drk.de/news/meldung/3055-erdbeben-hilfe-abflug-nach-haiti.html

Online-Spenden sind hier möglich: https://www.drk.de/spenden/online-spenden.html

Häufig im Zusammenhang mit Spenden gestellte Fragen werden vom DRK hier
beantwortet: http://www.drk.de/spenden/spenderservice/haeufige-fragen.html

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