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Von links: Hein in der Sky-Bar des Hotels Neptun, Taube vor dem Fenster der Sky-Bar mit Blick in Richtung Damals, also gestern vor genau einem Jahr sang Hein u.a.: "Wenn die Nordlichter feiern, da wogen die Wellen der Nordsee und Ostsee im Takt...". Gute Stimmung durch die Musik von Hein und den Shantychor "De Fischlänner Seelüd" sowie interessante Erlebnisberichte von Bernt Lüchtenborg und beeindruckende Bilder von seiner Weltumseglung prägten diesen Sonntag-Vormittag. Während dieser Veranstaltung in der Sky-Bar des Hotel Neptun kündete Bernt Lüchtenborg eine doppelte Weltumseglung ohne Landgang an. Dieses Vorhaben hat er dann auch zielstrebig umgesetzt. Allerdings geriet er vor Neuseeland in so schwere Probleme, dass er seine Yacht bei einer Rettungsaktion verlassen und in Neuseeland an Land gehen musste. Von dort organisierte er die Rettung der Yacht. Als diese wieder repariert war, begab er sich erneut hinaus auf die See. Kurz zuvor schrieb er am 17. Dezember in sein Bordbuch: Die Arbeiten am Schiff sind abgeschlossen, die Ersatzteile der Aries eingetroffen. Nach der Instandsetzung der mechanischen Selbststeueranlage, folgt eine Testfahrt zur Prüfung aller Systeme und am Samstag der Start Richtung Kap Hoorn. Warum ich weiter mache? Weil es zu einfach wäre aufzugeben, jetzt wo ich am Boden liege. Trotz der Enttäuschung? Gemeint ist damit, dass Bernt Lüchtenborg bereits vor dem Neuseeland-Aufenthalt während seiner Weltumseglung Land betreten und dies verschwiegen hatte. Zudem segelte er nicht wie angekündigt die ganze Strecke allein. Vielmehr hatte er bis zu den Kanaren heimlich eine Freundin an Bord. Über diese Schwachstellen seiner Weltumseglung, die in Medien verbreitet wurden, schrieb er selbst in seinem Log-Buch am 13. Dezember 2009 während der Reparatur seiner Yacht in Neuseeland: Die Arbeiten am Schiff verlaufen planmässig und doch ist tief in mir ein Gefühl von Leere und Bedauern, durch mein Verhalten Menschen enttäuscht zu haben. Mein Versagen hinsichtlich der verschwiegenen Stopps, wo ich aus technischen Gründen Land betreten musste und der Tatsache, dass mich eine Freundin von Deutschland bis zu den Kanaren begleitete, möchte ich offenlegen. Für mein Handeln gibt es keine Rechtfertigung. Als ich mir im Laufe des Törns darüber im Klaren wurde, was ich angerichtet hatte, war es zu spät. Dadurch habe ich viele enttäuscht, das Vertrauen aller, die mir in der Vorbereitungszeit geholfen haben, missbraucht, dem Projekt geschadet. Es tut mir sehr leid und ich kann mich nur entschuldigen. Dies eingestehen zu müssen, tut sehr weh, aber es ist auch eine Befreiung. Am 23.12. erscheint in der YACHT ein ausführliches Interview, indem ich zu meinem Versagen offen und ehrlich Stellung beziehe. Ich hoffe, dass ich trotz meiner Fehler und der damit ausgelösten Enttäuschung eine Chance erhalte, den von mir angerichteten Schaden wieder gut zu machen und sail2horizons weiter zu führen. Rund zwei Tage später teilte Bernt Lüchtenborg mit: Kurz vor Mitternacht klopfte es an der Tür. Wer stand da? Mein Kopf. „Hör zu“, sagte er. Bernt Lüchtenborg drückt das Kreuz seit dieser Zeit offensichtlich in bewundernswerter Weise durch. Zwar ist der Plan einer doppelten Weltumseglung ohne Landgang gescheitert, aber wie wichtig ist das eigentlichlich jenseits des Strebens nach einem Rekord? Bernt Lüchtenborg segelt weiter, das zählt und auch das, was damit als Projekt verbunden ist. Gestern war der 173. Seetag dieser doppelten Weltumseglung. Im Log-Buch hat er an diesem Tag vermerkt: Wind: NW 25kn – Besorgte „Mitsegler“ fragen: Hey, was ist aus dem Sturmtief geworden Nun, die Ausläufer werden mich ab morgen beschäftigen. Der innere Druck steigt im gleichen Maße, wie die Nadel des Barometers absackt. Erste Schauerböen verraten das Näherrücken der Front. Die Aussicht auf das schwere Wetter hat zwar etwas Bedrohliches, zugleich auch Vertrautes, weil in der Vorbereitung Routine liegt: Gutes Essen ist von RILA bereits fertig, unter Deck alles gut verstaut, Segel zum Reffen vorbereitet, das Notfallcase bestehend aus Walkie-Talkie, Essen und Trinken, Spiegel, Angelschnur, Epirp u.a. griffbereit. Am Nachmittag kam es kurzeitig zu Einschränkungen im Segelalltag, weil ich mir die Beschreibung der Winslow-Rettungsinsel vorgenommen habe. Interessanter Inhalt: Wasserfestes Kartenspiel, Tabletten gegen Seekrankheit, Microfaser Handtücher, doch wo ist das Rasierwasser? Schiff und Crew sind vorbereitet. Zwischen bedrohlichen Wolken hing das Kreuz des Südens mit flimmernden Nägeln ins Unsichtbare gehämmert. Alles ist getan. Jetzt hilft nur noch eins: Beten. Bis zu den 50ern bist du in Gottes Hand, jenseits davon gibt es keinen Gott mehr, heißt es in der Sprache der Seefahrt. Wenn Bernt Lüchtenborg die Tour wie geplant fortsetzt, dann segelt er folgende Route: Neuseeland - Südpolarmeer - Kap Horn - Südatlantik - Äquator - Gran Canaria. Ohne im Hafen festzumachen sollte ursprünglich die Yacht dann am Wendepunkt Gran Canaria mit Diesel, Wasser und Lebensmittelvorräten versorgt werden. Es folgt die Weltumseglung gegen den Wind auf der Tour: Südatlantik - Kap Horn - Südpolarmeer - Neuseeland - Australien - Kap der Guten Hoffnung - Azoren - zurück zum Ziel Cuxhaven. Dort startete Bernt Lüchtenborg am 27. Juni 2009 zum zweifachen Weg um die Welt. Dieser Weg ist auch mit wissenschaftlicher Neugier verbunden, da die geplante Route der doppelten Weltumseglung durch wissenschaftlich wenig bis kaum erforschte Regionen im südlichen Ozean führt. Bernt Lüchtenborg sammelt während des Projektes sail2horizons Daten, die für die Untersuchungen anthropogener Einflüsse eine wertvolle Basis darstellen. Dabei sollen u.a. folgende Fragen geklärt werden: Weitere Infos zur doppelten Weltumseglung von Bernt Lüchtenborg u.a. mit diesem Link zur News vom 7. Dezember: Projekt sail2horizons wird fortgesetzt. Dort sind auch Links zur Internetseite von Bernt Lüchtenborg, u.a. zu einer Videobotschaft und einer Unterschriftensammlung anlässlich des damaligen Weltklimagipfels in Kopenhagen. Zurück zur News-Übersicht: News-Chronik
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