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Die Fotos entstanden gestern am späten Nachmittag. Einen Tag zuvor teilte das Ministerium für Landwirtschaft, Die Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns haben gestern die ersten Heringsfänge der Saison in Sassnitz-Mukran angelandet – insgesamt 50 Tonnen. „Dass trotz der niedrigen Temperaturen die Heringssaison in diesem Jahr so frühzeitig beginnt, ist erstaunlich. Die Fangergebnisse des ersten Tages lassen sowohl mengenmäßig als auch qualitativ eine gute Heringssaison 2010 erwarten“, erklärt Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Das Fischbearbeitungszentrum in Sassnitz-Mukran hat auch bereits mit der Verarbeitung des Ostsseeherings begonnen. Die deutsche Heringsquote für die westliche Ostsee beträgt in diesem Jahr 12.519 Tonnen. Die Verteilung zwischen den Bundesländern ist noch nicht endgültig. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus begrüßt aber die zwischen den Kutter- und Küstenfischern und den Hochseefischern erzielte Einigung über die Aufteilung der Quote und wird sich dafür auch bei einem Gespräch mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die die Quotenaufteilung regelt, einsetzen. In dieser Mitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern widerspiegeln sich nicht die unter den Fischern herrschenden Emotionen angesichts der Fischereiquoten der EU. Allerdings wurde die EU-Entscheidung zur Heringsquote 2010 in der Ostsee am 22. Oktober 2009 vom Landwirtschafts- und Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus in seiner Landtagsrede zur „Zukunft der Kutter- und Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern“ kritisiert. Damals sagte er zur Entscheidung des EU- Ministerrates, die Heringsquote in der Ostsee erneut zu kürzen: „Am Dienstag hat der EU-Ministerrat eine Reduzierung der Quote für 2010 um weitere 16,5 % beschlossen. Damit ist er zwar deutlich unter den Empfehlungen des ICES von 31 % geblieben. Effektiv bedeutet dies aber gegenüber dem Jahr 2008 eine Kürzung um 49 % - also von 24.579 t im Jahr 2008 auf 12.525 t im Jahr 2010.“ Noch ist nicht eindeutig klar, wie hoch der Umsatzverlust der Kutter- und Küstenfischer des Landes Mecklenburg-Vorpommern durch diese Quotenkürzung sein wird. Vorsichtigen Schätzungen gehen von ca. 2,5 Mio. Euro aus. Das wäre eine Halbierung der Einnahmen beim Hering im Vergleich zu 2008 entsprechen. Angesicht dessen gibt es entlang der Ostseeküste heftige Kritik der Fischer an der Entscheidung zur Quotenkürzung beim Hering in der Ostsee. Jene, die besonders stark von der Heringsfischerei abhängig sind, fürchten um ihre Existenz, wenn es zu keinen Hilfen kommt. Backhaus hat heute nicht zum ersten Mal verdeutlicht, dass er die Existenzängste der Fischer gut nachvollziehen kann. Er fordert, dass über zukünftige Quoten nur auf Grundlage eines mehrjährigen Managementplanes entschieden wird, der den Ausgleich zwischen Bestandsentwicklung und wirtschaftlichen Interessen sucht. Backhaus kritisiert, dass die EU-Kommission einen solchen Managementplan noch nicht vorgelegt hat. Zu den Konsequenzen des fehlenden Managementplanes sagte er u.a.: „...das hat weitreichende Folgen. So sind der Landesregierung die Hände gebunden, was Hilfen aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF) betrifft. Denn erst nach Vorlage eines mehrjährigen Heringsmanagementplanes im Kontext mit einem nationalen Plan zur Anpassung des Fischereiaufwandes und nach Änderung des Operationellen Programms des EFF 2007 - 2013 können Prämien für die zeitweilige Stilllegung von Fischereifahrzeugen gewährt werden. Diese Maßnahmen sind zudem von der Europäischen Kommission zu genehmigen“. Till Backhaus (SPD), der in Mecklenburg-Vorpommern Minister in Koalitionsregierung aus CDU und SPD ist, kritisiert auch die Bundesregierung und namentlich Bundeskanzlerin Angela Merkes (CDU). Sie habe sich nicht entschieden genug für die Interessen der Fischer in Brüssel eingesetzt, auch wenn sie dies bei ihren Besuchen der einheimischen Fischer immer anders dargestellt habe. „Die Fischer haben genug von leeren Versprechungen. Sie wollen endlich Taten sehen“, fordert der Minister die Bundesregierung auf und verweist auf bisherige Maßnahmen des Landes zur Unterstützung der Fischer. Für die Schaffung neuer oder die Modernisierung bestehender Verarbeitungskapazitäten stehen der Branche laut Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern Fördermittel in Höhe von 16 Mio. Euro zur Verfügung. Darüber hinaus werde gegenwärtig gemeinsam mit Vertretern der beruflichen Fischerei ein regionales Entwicklungskonzeptes für die Kutter- und Küstenfischerei erarbeitet „Ich begrüße es außerordentlich, dass sich künftig auch die Kommunen der wichtigsten Fischereistandorte verstärkt in den Prozess einbringen werden“, betonte Minister Backhaus. Eigens für die Entwicklung von Projekten zur Unterstützung fischereilich geprägter Regionen habe das Land Mecklenburg-Vorpommern zunächst 5,5 Mio. Euro bereitgestellt. Minister Till Backhaus forderte die Abgeordneten im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern auf, "fraktionsübergreifend in Berlin und in Brüssel die berechtigten Interessen der Kutter- und Küstenfischer zu verteidigen". Das war eine Rede im Oktober 2009. Proteste der Fischer gegen die EU-Fischereipolitik folgten, ohne das es dadurch zur Veränderung der beschlossenen Heringsquote kam. Angesichts des Schildes im Fischereihafen in Freest, das auf dem Bild oben zu sehen ist, sei an das von der der KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN vorgelegte "GRÜNBUCH Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik" erinnert. In diesem Grünbuch gibt es die folgende VISION FÜR DIE EUROPÄISCHE FISCHEREI BIS 2020: Der kontinuierliche Rückgang der Fangmengen der europäischen Fangflotte kam gegen 2015 zu einem Stillstand. Europa ist zwar weiterhin sehr stark auf Fischeinfuhren angewiesen, eine Trendwende zeichnet sich jedoch ab... Die rücksichtslose Überfischung mit all ihren Folgen für die Wirtschaft der Küstenregionen gehört der Vergangenheit an. Fast alle europäischen Fischbestände haben sich bis zum höchstmöglichen Dauerertrag erholt. Das bedeutet, dass zahlreiche Bestände gegenüber 2010 deutlich gewachsen sind. Die Fischer erwirtschaften höhere Einkommen.... Junge Menschen in den Küstengemeinden betrachten die Fischerei wieder als attraktiven, sicheren Weg, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch die rauhe Gegenwart des Jahres 2010 sieht noch anders aus. Entsprechend problematisch ist der Weg zur Verwirklichung der zitierten Vision. Das verdeutlicht auch das Schild im Fischereihafen in Freest. Vollständige Chronik der urNews hier: News-Chronik
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