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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Wald in Mecklenburg-Vorpommern: "Die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern
gehören auch weiterhin zu den gesündesten in Deutschland", sagt Minister Backhaus.
Er empfiehlt angesichts des Klimawandels, dass der künftige Wald in besonderem Maße
auch ein "klimaplastischer Wald" sein muss. Aber was ist "ein klimaplastischer Wald"?

3. Februar 2010 Mecklenburg-Vorpommern (ur). „Die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns gehören weiterhin zu den gesündesten in Deutschland“. Das sagte der Landwirtschafts- und Umweltminister des Landes, Dr. Till Backhaus, anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse der Waldzustandserhebung für das Jahr 2009. Diese jährliche Erhebung gibt Auskunft über den Gesundheitszustand des Waldes und dessen Entwicklung. Da es diese Untersuchungen auch in anderen Bundesländern gibt, entsteht der Vergleichsmaßstab, aus dem Minister Backhaus schlussfolgert, dass die Wälder in M-V weiterhin zu den gesündesten in Deutschland gehören.

Mehr Infos dazu in der heute vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern übermittelten Pressemitteilung. Zuvor indes der Hinweis auf die darin enthaltene Wortschöpfung "klimaplastischer Wald".

Die Entwicklung des Waldes in diese Richtung ist eine Empfehlung von Minister Backhaus:

Um auch den Folgen des Klimawandels auf den Zustand unserer Wälder zu begegnen, arbeiten wir derzeit intensiv an Klima-Anpassungsstrategien für die Wälder des Landes unter Einbeziehung aller Bereiche des forstlichen Managements. Oberstes Ziel dabei ist, die Funktionsfähigkeit der Wälder nachhaltig und in ganzer Breite zu erhalten. Neben der Stabilität gewinnt unter diesem Aspekt die Fähigkeit der Wälder sich verändernden Umweltverhältnissen anzupassen erheblich an Bedeutung. Daraus folgt, dass unser künftiger Wald in besonderem Maße auch ein klimaplastischer Wald sein muss.

Darunter versteht Minister Backhaus wohl die "Fähigkeit der Wälder, sich veränderten Umweltverhältnissen anzupassen" und die Aufgabe der Forstwirtschaft, für einen "klimaplastischen" Umbau des Waldes zu sorgen. Kommentar (ur): KLIMAPLASTISCHER WALD, mir widerstrebt es, das Wort Plaste mit Wald zu verbinden. Aber das ist wohl Ansichtssache. Außerdem gibt es schlimmere neue deutsche Wortschöpfungen in einer Welt des Wandels.

Nachfolgend die ungekürzte Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Mecklenburg-Vorpommern, die heute den Medien übermittelt wurde:

„Die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns gehören weiterhin zu den gesündesten in Deutschland“, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse der Waldzustandserhebung für das Jahr 2009. Damit befinden wir uns in guter Gesellschaft mit den Flächenländern Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Insgesamt hat sich der Anteil deutlich geschädigter Bäume (mehr als 25 % Nadel- bzw. Blattverlust) von 22 % auf 19 % verringert “, so Minister Dr. Backhaus.

Wie in den Jahren zuvor wurde auch im Jahr 2009 landesweit in einem 8 x 8 km–Netz der Kronenzustand von über 1.900 Bäumen begutachtet. Dabei sind im Vergleich zu 2008 teilweise erhebliche Veränderungen im Vitalitätszustand der Bäume festgestellt worden.
So sind die deutlichen Schäden bei der Kiefer, die allein 40 % der Waldfläche im Land einnimmt, von 21 % auf 15 % gesunken. Vor allem günstige Witterungsbedingungen zu Beginn der Vegetationsperiode und der Rückgang der Kiefernspannerraupen haben zu einer deutlichen Regeneration der Kiefern geführt.

Ebenso erfreulich ist, dass sich der Kronenzustand der ebenfalls noch zu den Hauptbaumarten zählenden Eiche im Vergleich zum Jahr 2008 um 5 % auf 29 % verbessert hat. Ein besonderes Zeichen der gestiegenen Vitalität ist das gute Regenerationsvermögen der Eichen. Diese konnten durch einen starken Johannistrieb den Fraßschaden der Raupen der sogenannten „Eichenfraßgesellschaft“ (Frostspanner, Eichenwickler u.a.) zu Beginn der Laubaustriebsphase weitgehend ausgleichen.

Der Kronenzustand der Fichte ist mit 26 % deutlichen Schäden auf dem gleich hohen Niveau wie im Vorjahr geblieben.

Nach einer Phase der Beruhigung des Schadverlaufes zwischen 2003 und 2008 musste bei der Buche eine spürbare Verschlechterung des Kronenzustandes um 7 % auf 29 % deutliche Schäden festgestellt werden. Die wesentliche Ursache dafür war der starke Fruchtbehang im Jahr 2009. Nährstoffe, die zur Ausbildung der vielen Bucheckern benötigt wurden, standen so den Buchen für eine dichte Laubausbildung nicht in vollem Umfang zur Verfügung. Allerdings ist bekannt, dass sich nach einer Buchenmast der Kronenzustand der Buche binnen eines Jahres wieder regenerieren kann.

Bei den sogenannten sonstigen Laubbäumen (u.a. Erle, Birke, Esche) wurden nur geringfügige Veränderungen registriert (Anstieg von 19 auf 20 % deutliche Schäden). Durch den Rückgang von laubfressenden Insekten vor allem an Erlen konnten die andauernden Vitalitätseinbußen bei der Esche, sogenanntes neuartiges Eschensterben verursacht durch den Pilz Chalara fraxinea, in der Baumartengruppe insgesamt ausgeglichen werden.

Der Benadelungszustand der Gruppe der sonstigen Nadelbäume (u.a. Lärche, Douglasie, Tanne) hat sich um 3 % leicht verbessert. Der Anteil deutlicher Schäden bewegt sich mit 14% auf niedrigem Niveau.

Die Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitorings des Landes belegen, dass die Schadstoffeinträge aus der Luft seit Beginn der 90erJahre insgesamt abgenommen haben. Insbesondere die Schwefeleinträge sind weiter rückläufig.

„Um auch den Folgen des Klimawandels auf den Zustand unserer Wälder zu begegnen, arbeiten wir derzeit intensiv an Klima-Anpassungsstrategien für die Wälder des Landes unter Einbeziehung aller Bereiche des forstlichen Managements. Oberstes Ziel dabei ist, die Funktionsfähigkeit der Wälder nachhaltig und in ganzer Breite zu erhalten. Neben der Stabilität gewinnt unter diesem Aspekt die Fähigkeit der Wälder sich verändernden Umweltverhältnissen anzupassen erheblich an Bedeutung. Daraus folgt, dass unser künftiger Wald in besonderem Maße auch ein klimaplastischer Wald sein muss“, so die Empfehlung von Minister Dr. Backhaus.

„Im Sinne einer naturnahen Forstwirtschaft werden wir den Umbau nicht standortgerechter Nadelbaumreinbestände in Laub-Nadel-Mischwälder konsequent fortführen. Unser Ziel
ist die Sicherung von vitalen und nachhaltig nutzbaren Wäldern in ihrer gesamten Multifunktionalität für die kommenden Generationen“, so Minister Dr. Till Backhaus.

Näheres zu den Daten der Waldzustanderhebung ist dem Internetbericht der Landesforst M-V AöR zu entnehmen. Er ab heute unter www.wald-mv.de als PDF-Datei zum Download bereit.

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