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27. Dezember 2009 Rügen / Deutschland / USA / Vatikanstadt (ur): Dem Heiligabend und dem 1. sowie 2. Weihnachtsfeiertag folgt in diesem Jahr noch ein Sonntag. Das wird im nächsten Jahr anders sein. Bleiben werden die Bräuche zur Weihnachtszeit mit all den Weihnachtsmärkten, Weihnachtsmännern und Weihnachtswünschen. Doch was bleibt von den Weihnachtsansprachen und Weihnachtsbotschaften? Schauen wir auf der Suche nach Antworten noch einmal auf das, was in Berlin, in Washington und in der Vatikanstadt verkündet wurde. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr Ihnen allen, sagte in diesem Jahr Bundespräsident Horst Köhler und mit Merry Christmas, everybody endete am 24. Dezember die Ansprache von US-Präsident Barak Obama. Zuvor sprach Barak Obama von der außerordentlichen Rezession und den Problemen von vielen Amerikanern sowie dem, was trotzdem an Weihnachten so feiernswert ist: But even in these tough times, there’s still so much to celebrate this Christmas. A message of peace and brotherhood that continues to inspire more than 2,000 after Jesus’ birth. The love of family and friends. The bonds of community and country. And the character and courage of our men and women in uniform who are far from home for the holidays, away from their families, risking their lives to protect ours. (Ganze Rede: Hier) Die Botschaft des Friedens und der Brüderlichkeit wird sicher auch zum Weihnachtsfest 2010 wieder verkündet werden. ABER wird die Welt dann friedlicher geworden sein? In den soeben zitierten Worten spricht US-Präsident Barak Obama von den Männern und Frauen in Uniform, die "ihr Leben riskieren, um unseres zu schützen". Der Friedensnobelpreisträger spricht als "Commander in Chief" und benennt dabei den Iraq und Afghanistan in besonderer Weise. Wie wird es hier zum Weihnachtsfest 2010 aussehen? Ist er mit seiner Militärstrategie auf dem richtigen Weg oder behalten seine Kritiker Recht? Mehr denn je berührt das Thema Krieg auch wieder ganz unmittelbar den Einsatz von deutschen Soldaten. Auf dem Weg zu den Weihnachtsfeiertagen des Jahres 2010 wird der Krieg in Afghanistan und die Lösungssuche für eine friedliche Zukunft dieses Landes wohl zu einem der am heißesten diskutierten politischen Themen in Deutschland werden. Mit Blick auf die deutschen Soldaten in Afghanistan blieb Bundespräsident Horst Köhler bei seiner diesjährigen Weihnachtsansprache vorerst bei der Frage: "Machen wir uns klar, was ihr Dienst bedeutet?" Noch vermeidet die Bundesregierung das Wort "Krieg" in Bezug auf Afghanistan, aber man zeigt zumindest schon offizielles Verständnis dafür, wenn Soldaten, das als Krieg bezeichnen, was sie dort erleben. Achtsamkeit ist das Schlüsselwort in der Weihnachtsansprache von Bundespräsident Horst Köhler. Was er in diesem Zusammenhang sagte, das sollte auf dem Weg zum Weihnachtsfest 2010 nicht in Vergessenheit geraten: Sind wir achtsam genug miteinander? Da denke ich auch an unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Machen wir uns klar, was ihr Dienst bedeutet? Meine guten Wünsche sind bei ihnen und auch bei den Landsleuten, die sich fern der Heimat im Dienst der Polizei oder der Hilfsorganisationen für Sicherheit und friedlichen Aufbau einsetzen. Ihnen allen sende ich einen herzlichen Weihnachtsgruß. Achtsam leben, das heißt auch, sich für eine gerechte Ordnung einsetzen, bei uns und in der Welt. Da gibt es noch viel zu tun. Wir haben gerade erlebt, dass Maßlosigkeit bei Finanzakteuren und Mängel bei der staatlichen Aufsicht die Welt in eine tiefe Krise gestürzt haben. Wir brauchen Ehrbarkeit und bessere Regeln in der Finanzwirtschaft. Wir brauchen das Verständnis dafür, dass Geld den Menschen dienen muss und sie nicht beherrschen darf. Ich verlange Einkehr von den Verantwortlichen. So, wie ich sie mir selbst und uns allen abverlange. Wir leben in einer Welt, die wir selbst gestalten dürfen. Das ist ein Geschenk. Aber es verpflichtet uns auch, die Defizite unserer Welt zu erkennen und dagegen anzugehen. Ehrbarkeit und Einkehr... werden die Worte der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten auf aufgeschlossene oder taube Ohren der Angesprochenen stoßen? Wird es politisch möglich sein, die vom Bundespräsidenten geforderten besseren Regeln zu wirkungsvollen Gesetzen zu machen oder ist die herrschende Politik dazu nicht mehr in der Lage? Wird es zum Weihnachtsfest 2010 eine gerechtere Ordnung bei uns und in der Welt geben? Vollständige Rede des Bundespräsidenten hier: Weihnachtsansprache In seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft beim Segen Urbi et Orbi sprach der Papst von einer Menschheitsfamilie, die tief von einer schweren wirtschaftlichen, aber noch mehr von einer moralischen Krise und den schmerzlichen Wunden von Kriegen und Konflikten gezeichnet ist. Das "Wir" der Kirche schilderte der Papst als Hoffnungsträger in der Krise, in Kriegen und Konflikten: Das „Wir“ der Kirche lebt da, wo Jesus geboren ist, im Heiligen Land, um seine Bewohner einzuladen, jegliche Logik der Gewalt und der Rache aufzugeben und sich mit erneuerter Kraft und mit Großmut für den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben einzusetzen. Das „Wir“ der Kirche ist in den anderen Ländern des Nahen Ostens zugegen. Wie könnte man die bedrängte Situation im Irak und jener kleinen Herde von Christen in dieser Region vergessen? Sie ist zuweilen Gewalt und Ungerechtigkeiten ausgesetzt, und doch strebt sie immer danach, ihren Beitrag zum Aufbau eines zivilisierten Zusammenlebens gegen die Logik der Konfrontation und der Ablehnung des Nächsten zu leisten. Das „Wir“ der Kirche wirkt in Sri Lanka, auf der koreanischen Halbinsel und auf den Philippinen, wie auch in anderen asiatischen Ländern als ein Sauerteig der Versöhnung und des Friedens. Auf dem afrikanischen Kontinent hört die Kirche nicht auf, ihre Stimme zu Gott zu erheben, um ihn um das Ende aller gewaltsamen Übergriffe in der Demokratischen Republik Kongo zu bitten. Sie lädt die Bürger Guineas und des Niger zur Achtung der Rechte jedes Menschen und zum Dialog ein. Die Einwohner Madagaskars ruft sie auf, die inneren Spaltungen zu überwinden und sich gegenseitig anzunehmen. Sie erinnert alle daran, daß sie trotz der Tragödien, der Prüfungen und der Schwierigkeiten, die sie weiter plagen, zur Hoffnung berufen sind. In Europa und in Nordamerika spornt das „Wir“ der Kirche dazu an, eine egoistische und technokratische Mentalität zu überwinden, das Gemeinwohl zu fördern und die schwächsten Personen, beginnend mit den noch nicht Geborenen, zu achten. In Honduras hilft es mit, den Prozeß der Demokratisierung wieder aufzunehmen. In ganz Lateinamerika ist das „Wir“ der Kirche ein Identitätsfaktor, ein Vollmaß an Wahrheit und Liebe, das durch keine Ideologie ersetzt werden kann, ein Aufruf zur Achtung der unveräußerlichen Rechte jedes Menschen und zu seiner ganzheitlichen Entwicklung, eine Botschaft der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit, eine Quelle der Einheit. Dem Auftrag ihres Gründers verpflichtet, ist die Kirche mit denen solidarisch, die von den Naturkatastrophen und der Armut getroffen sind, auch in den Überflußgesellschaften. Angesichts des Exodus vieler, die aus ihrem Land wegziehen und durch Hunger, Intoleranz und Umweltschäden in die Ferne getrieben werden, ist die Kirche eine Gegenwart, die dazu aufruft, sich dieser Menschen anzunehmen. In einem Wort: Die Kirche verkündet die Frohbotschaft Christi trotz der Verfolgungen, der Diskriminierungen, der Angriffe und der zuweilen feindlichen Gleichgültigkeit. Gerade diese erlauben ihr, das Los ihres Herrn und Meisters zu teilen. Die Botschaft des Papstes mündete in die Worte: Liebe Brüder und Schwestern, was für ein großes Geschenk ist es, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die für alle da ist! Es ist die Gemeinschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit, aus deren Mitte der Emmanuel, Jesus, der Gott-mit-uns, auf die Erde herabgestiegen ist. Laßt uns wie die Hirten von Bethlehem voll Erstaunen und Dankbarkeit dieses Geheimnis der Liebe und des Lichtes betrachten! Frohe Weihnachten euch allen! Mehr zur Weihnachtsbotschaft de Papstes hier: Urbi et Orbi Vom Geheimnis der Liebe und des Lichts spricht der Papst angesichts der biblischen Weihnachtsgeschichte. Man mag an sie glauben oder auch nicht; man kann versuchen, sie weiter wissenschaftlich zu ergründen oder sie einfach zur Kenntnis nehmen: All das ändert nichts daran, dass sie auch beim Weihnachtsfest 2010 wieder viefach eine Rolle spielen wird. Ihren Wortlaut finden Sie hier: Weihnachtsgeschichte. Von Weihnachten 2010 wird wohl wieder jene Faszination ausgehen, der sich viele gerne hingeben werden und vor der andere mit Urlaub zu fliehen versuchen. Zumindest auf der Insel Rügen wird die Mehrheit der Bewohner das Weihnachtsfest 2010 einfach wieder als Familienfest gestalten und da die Insel in großem Umfang von Urlaubern lebt, wird man sich über alle freuen, die hier ihren Weihnachtsurlaub verbringen wollen. Das ist wiederum mit Weihnachtsarbeit für all jene verbunden, die davon leben. Wer Weihnachten 2010 als Urlauber auf Rügen ist, der hat sicher einen Wunsch mit den Rüganern gemeinsam: Weiße Weihnachten mit nicht zu viel und nicht zu wenig Schnee. Das war in diesem Jahr am 24. Dezember zu erleben, als das folgende Foto entstand:
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