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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Weihnachten: Botschaft des Papstes beim Segen "Urbi et Orbi"

26. Dezember 2009 Vatikanstadt (ur): Jahr für Jahr stehen der Petersplatz und der Petersdom am 25. Dezember im Mittelpunkt des Interesses der internationalen Medien der christlichen Welt. Dann spendet der Papst hier seinen Segen "Urbi et Orbi" und damit verbunden ist seine Weihnachtsbotschaft. Zehntausende Gläubige waren auch gestern auf dem Petersplatz dabei und viele sahen auch wieder die Berichte darüber in der Tagesschau und in den Tagesthemen. Auf unzähligen Internetseiten wurden seit dieser Zeit auch Agenturmeldungen vervielfältigt, die vermelden, dass der Papst Benedikt XVI. den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" spendete. Aber wer weiß außerhalb der römisch-katholischen Glaubenswelt, was dieser Segen bedeutet und welche Segensformel damit verbunden ist? Wer kennt den Wortlaut der Botschaft des Papstes und nicht nur die von Agenturen und Medien verbreiteten Zitate, Zusammenfassungen und Interpretationen?

Hier zunächst der Link zu dem Tagesthemen-Bericht über die gestrige Weihnachtsbotschaft des Papstes, dann folgen die Erklärung des Segens "Urbi et Orbi", dann die Segensformel und die vollständige Botschaft des Papstes.

Zunächst das Video: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video626698.html

Auf einer der Internetseiten der Deutschen Bischofskonferenz wurde der Segen "Urbi et Orbi" bei Redaktionsschluss dieser News wie folgt erklärt:

Als „urbi et orbi“ wird der feierliche Segensspruch bezeichnet, den der Papst bei besonderen Gelegenheiten, wie zu Ostern und Weihnachten oder nach der Papstwahl von der Loggia des Petersdoms, erteilt.

Die lateinischen Worte bedeuten übersetzt „der Stadt und dem Erdkreis“. Das Weltbild der römischen Antike sah Rom als Inbegriff der Stadt („urbs“) und als Mittelpunkt des Erdkreises („orbis“).

Die römische Kurie verwendet die Formel auch für bestimmte Dokumente, die weltweit gelten sollen. Weitere Anlässe sind Selig- und Heiligsprechungen sowie besondere Ablässe.

Weltweit wird dieser Segen am Mittag des Osterfestes und am ersten Weihnachtstag vom Fernsehen übertragen. Der Segen „urbi et orbi“ ist nicht zu verwechseln mit dem Segen, den der Papst am Sonntag nach Ansprache und Gebet den Pilgern auf dem Petersplatz vom Fenster seines Arbeitszimmers aus spendet.

Die Segensformel lautet entsprechend einer weiteren Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz:

"Die Heiligen Apostel Petrus und Paulus, auf deren Machtfülle und Autorität wir vertrauen, sie selbst mögen beim Herrn für uns Fürsprache halten."
Alle: "Amen."

"Aufgrund der Fürsprache und der Verdienste der seligen allzeit jungfräulichen Mutter Maria, des heiligen Erzengels Michael, des heiligen Johannes des Täufers und der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, erbarme sich Euer der allmächtige Gott und nachdem er alle Eure Sünden vergeben hat, führe Euch Jesus Christus zum ewigen Leben."
Alle: "Amen."

"Der allmächtige und barmherzige Herr gewähre Euch Nachlass, Vergebung und Verzeihung all Eurer Sünden, einen Zeitraum echter und fruchtbarer Reue, ein allzeit bußfertiges Herz und Besserung des Lebens, die Gnade und die Tröstung des Heiligen Geistes und die endgültige Ausdauer in den guten Werken."
Alle: "Amen."

"Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf Euch herab und bleibe bei Euch allezeit."
Alle: "Amen."

Schaut man auf die bislang verbreiteten Meldungen und Artikel zur Weihnachtsbotschaft von Papst Benedikt XVI. beim Segen "Urbi et Orbi", dann findet man dort vor allem, dass der Papst zu Frieden und Solidarität aufruft. Aber mit welchem christlichen Selbstverständnis er dies tut, kann man erst in vollem Umfang verstehen, wenn man sich den Ursprung der Meldungen und Artikel, also die Botschaft selbst, anhört oder liest. Ganz in diesem Sinne hier der Beginn der Weihnachtsbotschaft beim Segen "Urbi et Orbi" zum Einlesen und dann der Link zur ganzen Rede, die auf einer der Internetseiten des Vatikans veröffentlicht ist:

Liebe Brüder und Schwestern in Rom und auf der ganzen Welt und ihr alle vom Herrn geliebten Männer und Frauen!

„Lux fulgebit hodie super nos, quia natus est nobis Dominus. –
Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr.”
(Römisches Meßbuch, Weihnachten – Messe am Morgen, Eröffnungsvers).

Die Liturgie der Messe am Morgen hat uns daran erinnert: Die Nacht ist vorüber, der Tag ist angebrochen; das Licht, das von der Grotte in Bethlehem ausgeht, strahlt über uns auf.

Die Bibel und die Liturgie erzählen uns jedoch nicht vom natürlichen Licht, sondern von einem anderen, besonderen Licht, das in gewisser Weise ein „Wir“ beleuchtet und darauf hinstrahlt, ein „Wir“, für das das Kind von Bethlehem „geboren ist“. Dieses „Wir“ ist die Kirche, die große weltweite Familie der an Christus Glaubenden, die voll Hoffnung die neue Geburt des Heilands erwartet haben und heute im Geheimnis die immerwährende Aktualität dieses Ereignisses feiern.

Am Anfang, bei der Krippe von Bethlehem, war dieses „Wir“ für die Augen der Menschen fast unsichtbar. Wie uns das Lukasevangelium berichtet, umfaßte es außer Maria und Josef wenige einfache Hirten, die auf die Nachricht des Engels hin zur Grotte kamen. Das Licht der ersten Weihnacht war wie ein in der Nacht entfachtes Feuer. Alles ringsum war dunkel, während in der Grotte das wahre Licht aufstrahlte, „das jeden Menschen erleuchtet“ (Joh 1,9). Und doch geschieht alles in Schlichtheit und im Verborgenen, so wie Gott in der gesamten Heilsgeschichte wirkt. Gott entzündet gern kleine Lichter, um es dann in weitem Umkreis hell werden zu lassen. Wo das Licht aufgenommen wird, dort werden die Wahrheit sowie die Liebe entfacht, die es in sich trägt, und es breitet sich dann – gleichsam durch Berührung – in konzentrischen Kreisen in den Herzen und Gedanken derer aus, die sich frei seinem Glanz öffnen und ihrerseits zu Quellen des Lichts werden. In der armen Grotte von Bethlehem nimmt der Weg der Kirche ihren Anfang und durch die Jahrhunderte wird sie zum Volk und zum Licht für die Menschheit. Auch heute entfacht Gott durch diejenigen, die dem Kind begegnen, Feuer in der Nacht der Welt, um die Menschen zu rufen, daß sie in Jesus das „Zeichen“ seiner heil- und freimachenden Gegenwart erkennen und das „Wir“ der Gläubigen auf die ganze Menschheit ausweiten.

Wo immer es ein „Wir“ gibt, das die Liebe Gottes aufnimmt, dort erstrahlt das Licht Christi auch in noch so schwierigen Situationen. Wie die Jungfrau Maria gibt die Kirche der Welt Jesus, den Maria selbst als Geschenk empfangen hat und der gekommen ist, den Menschen von der Knechtschaft der Sünde zu befreien. Wie Maria hat die Kirche keine Angst, denn dieses Kind ist ihre Stärke. Aber sie behält es nicht für sich: Sie gibt das Kind allen, die es mit aufrichtigem Herzen suchen, den einfachen Menschen der Erde und den Notleidenden, den Opfern von Gewalt und allen, die sich nach dem Gut des Friedens sehnen. Der Menschheitsfamilie, die tief von einer schweren wirtschaftlichen, aber noch mehr von einer moralischen Krise und den schmerzlichen Wunden von Kriegen und Konflikten gezeichnet ist, wiederholt die Kirche in Anteilnahme und Treue zum Menschen auch heute mit den Hirten: „Kommt, gehen wir nach Bethlehem“ (Lk 2,15), dort werden wir unsere Hoffnung finden...

Weiterlesen mit Hilfe dieses Links zur BOTSCHAFT VON PAPST BENEDIKT XVI. BEIM SEGEN "URBI ET ORBI" am 25. Dezember 2009:

http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/urbi/documents/hf_ben-xvi_mes_20091225_urbi_ge.html

Nach dem Segen folgten die Weihnachtsgrüße des Papstes in zahlreichen Sprachen, darunter auch in deutsch: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade. Sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"

Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums finden Sie hier: Weihnachtsgeschichte

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