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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald: Auseinandersetzungen um den Bau des Kraftwerkes gehen auch nach Rückzug des dänischen Unternehmens DONG Energy weiter

18. Dezember 2009 Ostsee / Dänemark / Kopenhagen / Deutschland / Greifswald-Lubmin (ur): Eigentlich sollte die Weltklimakonferenz in Kopenhagen heute um 19 Uhr beendet sein. Doch bei Redaktionsschluss dieser News wird immer noch verhandelt. Beendet schien dagegen für viele vor kurzem der Kampf gegen den Bau eines geplanten Steinkohlekraftwerkes in Lubmin an der Ostsee. Am 11. Dezember 2009 um 16.50 Uhr war als aktuellster Eintrag auf der Internetseite der Klimapiraten zu lesen:

Wer hätte das geglaubt? Kurz vor unserer Übergabe von über 4000 Unterschriften bei DONG Energy in Kopenhagen kommt die große Nachricht: Das Kohlekraftwerk Lubmin wird nicht gebaut!!! Vor Glück können wir es noch kaum fassen, DONG Energy setzt tatsächlich in Zukunft auf Erneuerbare Energien!

Das wird eine lange Nacht bei den Klimapiraten und die nächsten Tage werden wohl auch noch groß! Vielen, vielen Dank an alle Unterstützer - hoch die Tassen!

Viele, die am Klimaschutz sowie am Tourismus interessiert sind und dabei auch gegen den Bau eines Steinkohlekraftwerkes in Greifswald-Lubmin, jubelten seit dieser Zeit vor allem in der Region Rügen-Greifswald-Lubmin. Die Andersdenkenden bezeichneten den Tag der Nachricht über den Rückzug von DONG indes als "schwarzen Tag" (siehe urNews vom 13. Dezember).

Dass die Auseinandersetzungen über den Bau des Steinkohlekraftwerkes in Greifswald-Lubmin weiter gehen werden, wurde in den vergangenen Tagen deutliche, denn das dänische Unternehmen DONG Energy, das sich aus dem Projekt zurückgezogen hat, ist kein 100-prozentiger Gesellschafter der Projektgesellschaft Dong
Energy Kraftwerke Greifswald GmbH. Offensichtlich versucht der verbliebene Rest der GmbH, Ersatz für den verloren gegangenen Gesellschaft DONG Energy zu finden. Auf eine entsprechende, ganz aktuelle Verlautbarung reagierte heute die Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" mit der folgenden Mitteilung an die Medien:

Zur heute veröffentlichten Ankündigung der Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH, das Genehmigungsverfahren für das Steinkohlekrafwerk Lubmin nicht einzustellen und im Gegenteil weitere Unterlagen vorzulegen, teilen die in der Allianz "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin " arbeitenden Bürgerinitiativen und Umweltverbände mit, weiter mit aller Kraft Widerstand leisten zu wollen. Nach dem ersten Jubel über den Rückzug von DONG Energy sei man sich im Klaren, dass sich einige Unbelehrbare nicht von einem Kohlekraftwerk am Greifswalder Bodden verabschieden wollen.

Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND und Bearbeiter des Genehmigungsverfahrens:

"Wir verstehen nicht, woher die verbliebenen Investoren ihren Optimismus nehmen. Das jahrelange Hin und Her, die fortwährenden Nachforderungen der Behörden an DONG Energy und die Ablehnung in der Region haben klipp und klar bewiesen: Ein Kohlekraftwerk ist an diesem Standort nicht genehmigungsfähig. Angesichts dieser Ansage der
Investoren führen auch wir selbstverständlich unsere Arbeit weiter und erwarten die angekündigten Unterlagen."

Nach Kenntnis der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" Rügen haben sich erste Stadtwerke, die sich an diesem Projekt beteiligt hatten, bereits zurückgezogen. So sei gestern bekannt geworden, dass eine der größten Beteiligungen, die Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) aus Österreich, bevorzugt auf Wind und Wasserkraft setzen und sich aus dem Projekt "Kohlekraftwerk Lubmin" zurückziehen will. Die TIWAG wollte sich mit 150 Millionen Euro beteiligen. Entgegen der Äußerungen der Projektgesellschaft Dong Energy Kraftwerke Greifswald GmbH sei auf
Nachfrage auch in den Stadtwerken München, dem größten kommunalen Unternehmen Deutschlands, keine Beteiligung am Kraftwerksprojekt Lubmin vorgesehen.

Torsten Jelinski von der Bürgerinitiative Rügen: "Bei uns hat sich noch keiner zur Ruhe gelegt. Wir werden nicht nachlassen und arbeiten bis zum dem Tag, an dem einem Kohlekraftwerk Lubmin endgültig der Totenschein
ausgestellt wird".

Frühere urNews zum Thema Steinkohlekraftwerk in Lubmin:
Klimapiraten freuen sich in Kopenhagen über Rückzug von DONG Energy

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Klimapiraten und Steinkohlekraftwerk in Lubmin bei Greifswald

 

 

 

 

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