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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

B 96n von Altefähr nach Bergen auf der Insel Rügen: Fertigstellung frühestens 2012

9. Dezember 2009 Deutschland / Rügen und Berlin (ur): Wer mittels der neuen Rügenbrücke oder des alten Rügendammes von Stralsund auf Deutschlands größte Insel kommt, der wird bei der Ankunft auf Rügen sofort auf die alte B96 geleitet. Die B96n ist also nach wie vor nur als Rügenzubringer von der A20 bis Stralsund gebaut worden und noch nicht auf Rügen bis zur Kreishauptstadt Bergen. Eine Karte zum Gesamtprojekt und den noch fehlenden 20,4 Kilometern von Altefähr nach Bergen findet man gegenwärtig auf der folgenden Internetseite der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH): http://www.deges.de/zubringer.html

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das Planfeststellungsverfahren für den Bau der B96n im Jahr 2010 so beendet sein, dass 2011 mit dem Bau der neuen Straße begonnen werden könnte, um dann vielleicht im Jahr 2012 mittels der B96n von der A20 über die Rügenbrücke bis Bergen zu gelangen. Aber es kann auch noch später werden,

In einem Beschluss-Entwurf der CDU zur morgigen Sitzung des Kreistages des Landkreises Rügen heißt es:

Der Kreistag des Landkreises Rügen will auch mit dem Beginn der neuen Wahlperiode ein Zeichen setzen
und fordert den schnellstmöglichen Ausbau der B 96n. Er erkennt die jetzt im Planfeststellungsverfahren
befindliche Ausbauvariante und Trassenführung als alternativlos an und beauftragt im Falle einer Klage von
Umweltverbänden gegen den Planfeststellungsbeschluss die Landrätin, dem Verfahren auf der Seite des
Beklagten beizutreten.

In der Problembeschreibung/Begründung des Beschlusses steht:

Das Vorhaben, zum Wohl aller Rügener Bürger, der Gäste und vor allen Dingen der Inselwirtschaft mit dem Bau der B 96n eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur vom Festland bis zum landesweit bedeutsamen Gewerbegebiet und Hafen Mukran zu schaffen, droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden. Die Behinderungen durch die Staus in den Sommermonaten mit solchen Begleiterscheinungen wie unnötigem Abgas, Vergeudung wertvoller Lebenszeit, finanziellen Einbußen und Verlust von Ansehen und Attraktivität unserer Insel können nicht länger hingenommen werden. Versuche der Ansiedlung von Unternehmen auch außerhalb der Tourismusbranche werden von immer demselben Personenkreis torpediert. Mit der jetzt im Planfeststellungsverfahren befindlichen Lösung zum Bau der B 96n sind alle wirklich relevanten Bedingungen für Nachhaltigkeit, Naturschutz, Verkehrsfluss und Wirtschaftlichkeit erfüllt. Es gibt keine Alternativen mehr. Dies ist eindrucksvoll während der vom Wirtschaftsverein der Insel Rügen e.V.
einberufenen Informationsveranstaltung am 07.10.2009 im Kaufmannshof Hermerschmidt durch den Vertreter der DEGES, Herrn Rascher, belegt worden. Frau Natzius von der Bürgerinitiative für den Bau der B 96n aus Rambin schilderte sehr emotional die unhaltbaren Zustände. Eine von der Ostseezeitung durchgeführte Befragung der Bürger unserer Insel zu diesem Thema erbrachte eine über 70%ige Zustimmung zum Bau dieser Straße. DeHoGa, Kreishandwerkerschaft, IHK, TZR, der Wirtschaftsverein Rügen e.V., der Wirtschaftsrat der CDU e.V. aber auch die große Mehrheit der Bevölkerung fordern die Politik auf, zu handeln.

Die Beratung im Kreistag dürfte erneut kontrovers verlaufen. Was in der Begründung des Beschlussentwurfes zur Veranstaltung am 07.10.2009 steht, wird vom NABU Kreisverband Rügen e.V. anders gesehen. Dazu heißt es auf der Internetseite des Verbandes u.a.:

...Vertreter der Wirtschaft und Befürworter der B 96n hatten sich getroffen mit dem Auftragnehmer für die Planung, der DEGES, vertreten durch den Projektleiter Joachim Rascher... Herr Rascher gibt sich kämpferisch, will "den Druck auf die Naturschutzverbände erhöhen", nichts mehr an den Plänen der DEGES ändern usw. usw. Als gäbe es nicht ein rechtlich abgesichertes Planfeststellungsverfahren, in dem die Umweltverbände (nicht nur der NABU!) ganz gesetzeskonform beteiligt werden. Das ist auch kein Diskutierclub, auch wenn Herr Rascher meint, die Zeit des Verhandelns sei vorbei. Dort wird nicht verhandelt, dort kommen die naturschutzfachlichen Fakten auf den Tisch. Und die DEGES hat nachzuweisen, dass es zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung von z.B. EU-Vogelschutzgebieten (inkl. Vogelrastflächen), streng geschützten Arten etc. kommt. Bis heute hat die DEGES nicht alle Untersuchungen dafür abgeschlossen, nicht alle in der 3. Nachanhörung festgelegten Unterlagen geliefert.

Sicher kann man markige Sprüche klopfen, die Facharbeit der Experten beider Seiten wird weiterlaufen müssen.
Und dass Herr Rascher oder die OZ schon wissen, wie die Verbände-Gremien sich zu einer Klage verhalten, ist mehr als erstaunlich. Die Behauptung Herrn Raschers: "Jetzt müssen die Gerichte entscheiden", ist schlichtweg falsch. Will die DEGES klagen? Gegen wen und mit welchem Gegenstand? Andererseits könnten die Verbände, so sie denn wollten, auch erst nach dem Planfeststellungsbeschluss klagen und das zieht sich hin (s.o.)...

Den Leuten, die da immer von Verhinderern reden und die Naturschützer meinen, muss man unbedingt den Spiegel vorhalten: Der Wirtschaftsrat der CDU u.a. Vertreter der Wirtschaft haben durch frühere widersinnigen Attacken (z. B. Unterschriftenaktion gegen FFH-Richtlinie und EU-Vogelschutz auf Rügen) die rechtzeitige Meldung des Landes an die EU verhindert. Auf Grund dessen wurde das Planfeststellungsverfahren zur B 96n von 2005 bis 2008, also 3 Jahre (!) lang, ausgesetzt - bis das Land die Meldung erledigt hatte! Glückwunsch und danke!...

Weitere Ausführungen des NABU, u.a. auch zu der erwähnten Bürgerbefragung zur B 96n auf der folgenden NABU-Internetseite: http://www.nabu-ruegen.de/html/anhoerung2.htm#info

Wer jetzt gerne fernab von Rügen einmal einige der Akteure des Meinungsstreits zur B 96n auf Rügen sehen möchte, hat dazu mit dem folgenden Link zu einem TV-Bericht über die jüngste Informations- und Diskussionsveranstaltung zur B 96n die Möglichkeit. Sie fand in Rambin statt:

Der kurze Bericht des privaten regionalen Fernsehens rügencampus zeigt u.a. das Verlassen der Veranstaltung durch einige Teilnehmer und verdeutlicht so, wie blank die Nerven liegen: http://www.ruegencampus.tv/sendung-beitrag1.html

Bei Redaktionsschluss dieser News hatte rügencampus diesen Beitrag über die Veranstaltung in Rambin noch nicht bei youtube hochgeladen. Dort war zu diesem Zeitpunkt als jüngster Beitrag von rügencampus zum Thema B 96n nur die sehr einseitige Behandlung des Themas B 96n auf der oben erwähnten Veranstaltung am 7. Oktober 2009 in Bergen zu finden. Hier der Link: http://www.youtube.com/watch?v=miuGbmSbKS8

Inzwischen ist gut sichtbar von der B 96 zwischen Altefähr und Rambin auf einem Acker etwas auf einem großen Schild zu lesen, das hier bewusst nicht abgebildet oder in Worten wiederholt wird, denn es ist einfach nur rügenswert, was dort geschieht. Die diesbezüglichen Fotos wandern also ins Archiv. Durch ihre Veröffentlichung in diesen News soll nicht auch noch hier dazu beigetragen werden, dass diese Anti-NABU-Stimmungs-Mache auf der Ostsee-Insel Rügen, deren Zielscheibe auch noch eine Frau ist, eine Verbreitung in den Weiten des Internets findet.

Daher folgen hier nur zwei der Schilder zur B 96n, die am Straßenrand von Rambin von unterschiedlichen Meinungen künden und dabei nicht eine Person zum personifizierten SündenbocK machen. Wenn eine weitere News zur B 96n folgt, dann kommt hier ein Link: B 96n auf der Ostsee-Insel Rügen.

Foto vom Meinungsstreit zur B96n auf der Insel Rügen Foto von  Beführwortern der B96n

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