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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)
Hyperlink: Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses am 17. April 2017 ab 10 Uhr im Stadthafen Sassnitz auf Rügen
Geschichte, Dokumentation, Sassnitz auf Rügen am 28. März 2016

Ostermarsch: Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses

Rede von Sven Heise auf der Friedenskundgebung im Stadthafen von Sassnitz

Artikel zur Sassnitzer Friedensveranstaltung HIER.Nachfolgend nur die Rede von Sven Heise

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich, dass ich beim heutigen Osterspaziergang für den FDP Kreisverband Rügen sprechen darf. Die heutige Veranstaltung setzt sich für Dialog statt Gewalt und für Frieden statt Krieg ein.

Ich möchte heute aber nicht als FDP Kreisvorsitzender reden. Ich möchte als junger Europäer reden. Ich bin 1990 in einem wiedervereinten Deutschland geboren und in einem friedlichen sowie freien Europa aufgewachsen.

Uns erreichen Nachrichten aus Brüssel, Paris oder aus Syrien, deren Bilder der Zerstörung, Leid und Gewalt uns erschrecken. Es wird mir wieder bewusst, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Wir dürfen in Frieden, bei uns zu Hause, an einem reich gedeckten Tisch, im Kreise unserer Lieben, das Osterfest feiern.

Unsere freiheitliche demokratische Gesellschaftsordnung ist von feigen Terroristen bedroht. Viele Bischöfe verurteilten zugleich Terror und Gewalt im Namen der Religion. "Terror ist Gotteslästerung", stellte Hannovers Landesbischof Ralf Meister mit Blick auf die Anschläge in Brüssel klar. Es mache ihn zornig, wenn Terroristen sich auf Gott berufen, sagte auch EKDChef Bedford-Strohm. Die Muslime weltweit nahm er in die Pflicht, indem er eine breite muslimische Bewegung gegen religiös motivierte Gewalt forderte. Ich schließe mich
uneingeschränkt diesen Worten an.

Zudem ist die Flüchtlingskrise das allumgreifende Thema in Gesellschaft und Politik. Die Bewältigung des Flüchtlingsstroms darf unsere Gesellschaft nicht spalten. Wir müssen auf europäischer und bundesweite Ebene an einem Strang ziehen. Hierzu möchte ich mich auf den Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, den Münchener Kardinal Reinhard Marx, berufen.Kardinal Marx fordert ein Aufstehen gegen die Angst und die Rhetorik der Ausgrenzung. Christen sollten Hoffnung in die Welt tragen. Dazu gehöre es auch, dass wir uns aktiv in die gesellschaftlichen und politischen Debatten einmischen, statt nur „kritisierend am Wegrand“ zu stehen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns für Schutzbedürftige aus Syrien und andere Menschen in Not eintreten müssen. Wir müssen den Menschen mit Respekt begegnen. Rechte Populisten spielen mit Ängsten der Einheimischen und sorgen mit Gewaltaktionen, wie Brandstiftungen oder Überfälle auf Schutzbedürftige, für Unfrieden in unserem Land. Unsere Demokratie, unsere Gesellschaftsordnung muss ein klares Bekenntnis für unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung setzen. Hier muss auf Dialog statt Gewalt gesetzt werden.

Die Anschläge letzte Woche in Brüssel zeigen, dass unsere offene Gesellschaft erneut von denen herausgefordert wird, die die Freiheit, die von uns jeden Tag gelebt wird, hassen. Unsere Antwort auf diese feigen Anschläge im Herzen Europas kann keine Einschränkung unserer Freiheit sein und ein Abbau des Datenschutzes erfordern.

„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“, so Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Statten. Kriegerische Mittel, wie sie zu Zeiten des arabischen Frühlings 2011 eingesetzt worden sind, können, wenn überhaupt, nur das letzte Mittel sein. Hier gilt erneut unserem ehem. Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle ein großer Dank, der sich im UN-Sicherheitsrat beim Kriegseinsatz in Libyen enthielt. Dafür erhielt er von allen Seiten viel Häme und Unverständnis. Wir sehen heute, dass das Land keineswegs stabilisiert und demokratisiert ist. Schauen wir nach Afghanistan und Irak, wo fehlerhafte Strategien ebenfalls nur teilweise Erfolg brachte. Hier dürfen die Fehler in Syrien nicht wiederholt werden.

Ein aktuelles Beispiel, wo Deutschland eine besondere Rolle bei Dialog statt Gewalt spielte, ist die Lösung des Iran-Problems. Durch beharrliche und andauernde Diplomatie, die anstrengend sein kann, wurden kriegerische, und daher unabsehbare, Folgen vermieden. Deutschland darf sich der internationalen Verantwortung nicht entziehen. Für viele Menschen auf der Welt sind wir Helfer und Unterstützer, um sie aus deren Leid und Unterdrückung zu befreien. Gerade deshalb muss unsere vollste Unterstützung der Diplomatie, aber auch unserer Bundeswehr Soldaten im Auslandseinsatz gelten. Diese Soldaten, unsere Mitbürger, riskieren Ihr Leben aus Solidarität! Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen in betroffenen Ländern das so eben beschriebene Leid nicht mehr geschehen mag!

Über 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, weil deren Heimatorte u.a. von terroristischen Gruppen zerstört worden sind oder weil die Menschen unterdrückt und gefoltert werden. Hier muss Deutschland weiterhin ein Motor bei den internationalen Bestrebungen sein, um nicht nur Friedenssicherung zu betreiben. Friedensschaffung ist ebenfalls eine bedeutende Aufgabe.

Ich bin politisch aktiv, weil ich mich u.a. für unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung, für unsere Toleranz und gelebte Meinungsfreiheit einsetzen möchte. Daher freut es mich, dass ich heute in dieser Runde sprechen darf.

Lassen Sie uns für ein friedvolles Europa und für eine friedvollere Welt ein Zeichen setzen.

Mehr über den Redner erfährt man hier: http://www.fdp-ruegen.de/kreisverband/sven-heise/

 

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