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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)
Hyperlink: Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses am 17. April 2017 ab 10 Uhr im Stadthafen Sassnitz auf Rügen
Geschichte, Dokumentation, Sassnitz auf Rügen am 28. März 2016

Osterspaziergang des Rügener Friedensbündnisses

Grußbotschaft von Peggy Parnass, Publizistin in Hamburg, verlesen auf der
Friedenskundgebung vor dem Molenfußgebäude im Stadthafen von Sassnitz

Vollständiger Artikel zur Sassnitzer Friedensveranstaltung HIER. Nachfolgend nur der Wortlaut der Grußbotschaft von Peggy Parnass, die mit Erinnerungen an ihre Teilnahme an den Ostermärschen beginnt:

Ich war von Anfang an dabei. Damals als der Ostermarsch 3 Tage und 3 Nächte ging. Über Kuhdörfer und an Hinterhäusern vorbei. Andere Routen waren uns nicht erlaubt. Wir sollten weder gesehen noch gehört werden. NDR und Tagespresse sollten nicht berichten, unser Friedenskampf sollte nicht publik werden. Wir waren Viele und waren guter Dinge. Wir wollten keine Soldaten, wollten keine Bundeswehr.

Sogenannte Feministinnen kämpften auch, auf ihre Art. Sie wollten dringend, dass Frauen auch in der Bundeswehr kämpfen. Ich meinerseits kämpfte vehement dagegen an. Ich wollte, dass alle Männer, Deutschlands und anderer Länder ihre Armeen verlassen. Leider habe nicht ich, sondern Frauen wie Schwarzer gewonnen. Ich war eingeladen im Fernsehen, darüber mit zu diskutieren. Da saßen lauter junge Mädchen selbstbewusst in Uniform und sie und ihre jungen männlichen Kollegen lachten sich schlapp über meine Antikriegsargumente. Danach wollten die Medien, die ich kontaktierte, nichts mehr von dem Thema wissen.

Wenn ich jetzt lese, dass die Bundeswehr erweitert werden soll, wird mir schlecht.

Beim Ostermarsch ging es immer gegen die Atombombe, gegen Krieg. Es gab aber Millionen Getöteter in allen möglichen Kriegen; dafür sorgten Waffen jeder Art - nicht zuletzt deutsche Waffen. Wenn auch nicht auf deutschem Boden.

Wir - mein kleiner Bruder Gady und ich - sind staatenlos geboren; das heißt: völlig rechtlos, so wie die jetzt Flüchtenden und Asylbewerber.

Die Millionen Menschen, die in den KZs und anderswo Ermordeten hätten überleben können, wenn die Länder, an die sich seinerzeit alle - auch unsere Eltern - gewandt haben, um Schutz zu finden – uns Verfolgte herein gelassen hätten. Aber keiner wollte uns haben. Über 100 meiner engsten Angehörigen wurden ermordet: meine Eltern in Treblinka alle Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen, Vettern. Bis auf einen Bruder meines Vaters, der in London überlebte; und - durch einen Kindertransport nach Stockholm noch mein Bruder und ich. Ich lebte innerhalb von sechs Wochen in zwölf Pflegefamilien. Der arme Dady in einem katholischen Waisenhaus.

Jetzt haben wir Nationalitäten: mein Bruder ist Engländer und Israeli geworden, lebt in einem linken Kibbuz. Ich wurde Schwedin - nach sieben grässlichen Versuchen, eine Scheinehe einzugehen.

Das Absurde ist, dass Deutschland aus dem man schnellstens fliehen musste wenn man überleben wollte – jetzt zum Fluchtort für viele wird, wenn sie überleben wollen.

Dem Rechtsruck in ganz Europa müssen wir entgegen treten. Ach, was sag ich - die ganze Welt muss sich ändern!
Mit herzlichen Grüßen von Eurer Peggy Parnass und: ein Hoch auf die internationale Solidarität !

 

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