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/ Rügen erleben & MEHR WISSEN nicht nur über Rügen / © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)

Hiddensee: Geschichte der Fährverbindung von und nach Hiddensee

Geschichte der Insel Hiddensee vom 29. Januar 2010 bis zum 19. Februar 2010
Chronik des nicht vorhandenen Fährverkehrs zwischen Rügen und Hiddensee

Hiddensee, 28. Januar 2010 (ur). Letztmals erreicht ein Fährschiff die Insel Hiddensee. Das bedeutete u.a. auch, dass sich der Winterurlaub oder Kurzurlaub auf Hiddensee für so manch einen verlängerte und die Versorgungslage der Insel von Tag zu Tag komplizierter wurde.

Hiddensee, 2 Februar 2010 (ur). Die ersten Urlauber werden mit einem Hubschrauber von Hiddensee nach Rügen gebracht und auf dem Luftweg erhält die Insel Hiddensee u.a. Lebensmittel.

Hiddensee, 3. Februar 2010 (ur). Die Bundeswehr kam heute zur Versorgung der Insel Hiddensee zum Einsatz. Zur aktuellen Situation der Versorgungslage und der Urlauber auf der Insel Hiddensee teilte das Landratsamt des Landkreises Rügen heute mit:

Versorgung der Insel Hiddensee gesichert

Zwei Hubschrauber der Bundeswehr waren heute zwischen Rügen und Hiddensee im Einsatz. Während ein Hubschrauber Lebensmittel von Bergen auf Rügen zur kleinen Schwesterinsel brachte, flog der andere Hubschrauber Urlauber von Hiddensee nach Rügen aus. Rund 70 Touristen nutzten heute das Angebot, rund 30 waren bereits gestern von einem privaten Hubschrauberunternehmen nach Schaprode auf Rügen geflogen worden.

„Ich bin überglücklich, dass es gelungen ist, sowohl die Versorgung der Hiddenseer als auch den Rücktransport der Urlauber zu gewährleisten. Die Bundeswehr hat uns toll unterstützt, ganz herzlichen Dank dafür“, so Rügens Landrätin Kerstin Kassner.

Der Landkreis hatte die Bundeswehr im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit um Hilfe gebeten. „Wir sind seit Jahren gute Partner. Es ist schön zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann“, lobte die Landrätin.

Alle Urlauber, die Hiddensee auf dem Luftweg verlassen wollten, konnten dies im Laufe des Tages tun. Die Bevorratung mit Lebensmitteln auf Hiddensee ist für die nächsten Tage gesichert. Der Dank der Landrätin richtete sich in diesem Zusammenhang auch an die Mitarbeiter der Insellogistik GmbH Bergen, die die Paletten mit Lebensmitteln vorbereitet und den Hubschrauber mehrmals beladen haben.

Hiddensee, 4. Februar 2010 (ur). Das Landratsamt Rügen hofft auf weitere Einsätze der Bundeswehr zur Versorgung der Hiddenseer. Zu heute durchgeführten Beratung und deren Ergebnis teilte das Landratsamt mit:

Landrätin beantragt Unterstützung für Hiddensee beim Land

Rügens Landrätin Kerstin Kassner wird noch heute einen Antrag beim Land Mecklenburg-Vorpommern auf Unterstützung für die Insel Hiddensee stellen. Das ist das Ergebnis einer Beratung, die am Nachmittag im Landratsamt mit dem Bürgermeister der Gemeinde Insel Hiddensee, Vertretern des Amtes West-Rügen, der Weißen Flotte, der Bundeswehr und des THW stattfand.

„Wir hoffen, dass es gelingt, mit Hilfe der Landesregierung weitere Einsätze von Bundeswehr-Hubschraubern für die Versorgung der Hiddenseer zu ermöglichen. Aufgrund der extremen Witterung bleibt die Luftbrücke derzeit die einzige Option. Der Fährverkehr kann wegen des Eises nicht stattfinden und eine Überquerung der zugefrorenen Gewässer zu Fuß ist lebensgefährlich“, so Kerstin Kassner.

Die Bundeswehr habe sich in dieser Woche bereits als zuverlässiger Partner erwiesen, sagte die Landrätin. Landkreis, Amt und Gemeinde seien sehr froh über die schnelle Unterstützung gewesen.

Die Bundeswehr war am Mittwoch mit zwei Hubschraubern zwischen Rügen und Hiddensee im Einsatz. Rund sieben Tonnen Lebensmittel wurden zur kleinen Schwesterinsel gebracht und mehr als 100 Urlauber ausgeflogen.

Parallel zu der angestrebten Sofortmaßnahme wird der Landkreis mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt in ständiger Verbindung bleiben. Es sei das erklärte Ziel, den Seeweg zwischen Rügen und Hiddensee so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen.

Hiddensee, 7. Februar 2010 (ur). Der einsbrechende Tonnenleger " Görmitz" hat heute die Insel Hiddensee mit Versorgungsgütern erreicht. Da das Schiff aber nicht für den Personenverkehr ausgelegt ist, durfte es auch keine Urlauber mitnehmen, die ihren Winterurlaub auf Hiddensee beginnen wollten. Diese sind nach wie vor auf Hubschrauber angewiesen. Zu den Hubschrauberflügen nach und von Hiddensee gibt es die folgende Information der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee:

Gegenwärtig besteht eine Verbindung mit dem Hubschrauber zwischen Schaprode auf Rügen und Vitte auf Hiddensee. Geflogen wird in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen von ca. 8 bis ca. 17 Uhr. Personen, die fliegen möchten, finden sich bitte in den jeweiligen Häfen ein. Pro Flug können bis zu 3 Personen befördert werden. Es wird darum gebeten, das Gepäck klein zu halten. Das Beförderungsentgelt beträgt pro Person 50,00 EUR.

Über den zugefroreren Bodden begab sich heute indes auch ein Luftkissenboot über das Eis von Schaprode zur Insel Hiddensee. Zudem gehen Menschen zu Fuss von Rügen über das Eis nach Hiddensee, obwohl die Gemeinde Seebad Insel Hiddensee und das Landratsamt Rügen davor warnen dies zu tun, da Lebensgefahr bestehe.,

Hiddensee, 8. Februar 2010 (ur). Manfred Gau, Bürgermeister der Gemeinde Hiddensee gibt heute bekannt:

Nachdem es am Samstag dem Tonnenleger GÖRMITZ gelang, bis nach Schaprode durchzubrechen, konnte am Sonntag kurzfristig eine Versorgung der Insel mit den notwendigsten Waren des täglichen Bedarfs durchgeführt werden. Eine zweite Belieferung mit der GÖRMITZ konnte heute in den Morgenstunden erfolgen.

Aufgrund eines Havariefalles im Greifswalder Bodden muss die GÖRMITZ heute das Revier verlassen. An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich beim Wasser- und Schifffahrtsamt und der Besatzung der GÖRMITZ für den harten Einsatz im Eis und der Insellogistik in Bergen für den Nachteinsatz zur Versorgung der Insel Hiddensee. Am Sonntag gelang es zudem, die MF Vitte durch das durch die GÖRMITZ gebrochene Fahrwasser in die Ostsee zu verholen. Die MF Vitte wurde am Sonntag über die Ostsee zu Reparaturarbeiten nach Rostock verbracht. Wann die MF Vitte wieder in Dienst gestellt werden kann, ist aktuell nicht bekannt.

Es war vorgesehen, zum Ende der Woche eine weitere Einsatzfahrt mit der GÖRMITZ durchzuführen.

Aufgrund der absehbaren Witterungsverhältnisse (Wind) kann diese Fahrt voraussichtlich nicht durchgeführt werden, da die GÖRMITZ aufgrund des niedrigen Freibords nur bis zur Windstärke 5 eingesetzt werden kann. Der Personentransport sowie der tägliche Transport von Post und Medikamenten wird weiterhin mit dem Hubschrauber der Usedomer Fluggesellschaft durchgeführt.

Hiddensee, 9. Februar 2010 (ur). Noch gibt es keinen Fährverkehr zwischen Rügen und Hiddensee, sondern nur die für Einheimische und Urlauber teuren Hubschrauberflüge sowie Versorgungsfahrten der GÖRMITZ. Wie konnte es dazu kommen, fragen sich jetzt viele? War der Fährverkehr nicht richtig auf den Winter vorbereitet? Es sei „erstaunlich“, erklärte Thomas Gens, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Gemeindevertretung des Seebades Insel Hiddensee, „dass es offenbar möglich und nötig ist, mit einem kleinen Eisbrecher die Fahrrinne von Lauterbach zur Insel Vilm befahrbar zu halten, wenngleich ein Maschinenschaden auf einem Schiff der Reederei Hiddensee ausreicht, die Verbindung zur Insel völlig zusammenbrechen zu lassen. Woanders funktioniert es, weil die Verantwortlichen vorbereitet sind – während auf Hiddensee sich über einen Eiswinter gewundert, wieder einmal nur reagiert und den Gegebenheiten hinterhergerannt wird. Sicher sind technische Probleme am Fährschiff immer möglich und niemandem vorzuwerfen, aber ein Schiffsschaden am Winteranfang kann nicht dazu führen, dass eine Insel in einem noch härterem Eiswinter womöglich von Dezember bis Ostern ohne Fährverbindung zum Festland bleiben könnte, nur weil kein Ersatzschiff oder Alternative zur Verfügung steht. Wir verstehen durchaus die Investitionen der Reederei in den Sommertourismus mit Neubau Cabrio-Schiff und Schiffsverlängerungen der letzten Jahre, aber nur dann, wenn auch in den Versorgungsauftrag der Insel im Winter investiert und auch erfüllt wird.“

Kritik in diese Richtung ist gegenwärtig viel zu hören. So stellt Andreas Zeeck in einem Schreiben als „Hiddenseer, der sich so seine Gedanken macht“ fest: „Fakt ist: ein ,moderner Boddenkreuzer’ kann solch starkes Eis nicht knacken. Aber dann nur eine eisbrechende Fähre im Einsatz zu haben, ohne Reserve bzw. Unterstützung von Schleppern, ist, wie sich zeigt, ein Fehler.“ Krasser drückt dies Kay Zeisberg aus: „die Reederei, welche monopolistisch den Versorgungsauftrag hat, verfügt nur über ein einziges eistaugliches, aber leider altes Schiff, und wenn es kaputt geht, dann ist es eben kaputt – abwarten und teetrinken! Und im Sommer wieder Kasse machen mit den Urlaubern…“

Hier entsteht indes die Frage: Was ist eigentlich zur Versorgung von Hiddensee bei extremen Eisgang mit der Reederei Hiddensee vertraglich geregelt? Ist die Reederei überhaupt verpflichtet worden, auch Vorsorge für einen solchen Fall zu treffen? Wenn dies nicht verbindlich geregelt ist, stellt sich die folgende Frage: Sind die Gemeinde Hiddense, der Landkreis und das Land wirklich ihrer Verantwortung zur Versorgung von Hiddensee und zur Absicherung des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen Rügen und Hiddensee gerecht geworden? Muss nicht mehr getan werden, als auf Hubschrauberflüge zu verweisen? Wie lange müssen die Hiddenseer und ihre Gäste die 50-Euro-Flugkosten zahlen?

Hiddensee, 14. Februar 2010 (ur). Das zu reparierende Fährschiff MF Vitte wird durch die GÖRMITZ in die offene Ostsee gebracht und fährt von hier zu Reparaturarbeiten nach Rostock.

Hiddensee, 15. Februar 2010 (ur). Wer nach Hiddensee will, kann nach wie vor keine Fähre nutzen. Die Wiederaufnahme des Fährverkehrs von Rügen nach Hiddensee wird jetzt ab 26. Februar in Aussicht gestellt. Das ist einem Schreiben zu entnehmen, dass heute Nils Gottschalk als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee an die Landrätin des Landkreises Rügen sowie in Kopie an das Verkehrsministerium von Mecklenburg-Vorpommern, das Amt West-Rügen und die Reederei Hiddensee übermittelte. In ihm wird auch Kritik an der entstandenen Situation geäußert. Nachfolgend der Wortlaut dieses Schreibens an Kerstin Kassner, Landrätin des Landkreises Rügen:

Sehr geehrte Frau Kassner,

durch das Verkehrsministerium wurde am Freitag, 12.02.2010, dem Antrag der Reederei Hiddensee auf Aussetzung der Betriebspflicht aufgrund der notwendigen Reparaturarbeiten an der MF Vitte mit der Auflage, die MF Vitte ab 26.02.2010 wieder in Dienst zu stellen, entsprochen. Weitere Auflagen erfolgten nicht.

Dies entspricht nicht den Forderungen der Gemeinde, die bereits mehrfach gegenüber der Reederei Hiddensee, dem Verkehrsministerium und dem Landkreis geltend gemacht wurden.

Im Rahmen der grundgesetzlich verankerten Daseinsvorsorge und zur Sicherstellung der Mobilität der Bürger fordert die Gemeinde weiterhin:

- unverzügliche Aufnahme eines geregelten Fährverkehrs mit der MF Vitte und Wahrnehmung der Betriebspflicht der Reederei Hiddensee nach den Bedürfnissen des ganzjährigen Verkehrs den Ersatz der Mehrkosten für die Hubschrauberflüge der Gäste und Einheimischen durch die Reederei Hiddensee;
alternativ den Einsatz eines Schleppers kombiniert mit dem Einsatz eines Fahrgastschiffes zweimal täglich.

Die Gemeinde sieht hier eindeutig die Vertragspartner für die Fährgenehmigung der Fährverkehre von und zur Insel Hiddensee, d.h. die Reederei Hiddensee bzw. das Verkehrsministerium und den Landkreis Rügen als Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Pflicht. Die Gemeinde darf noch kann sie sich an einer Übernahme der Kosten beteiligen. Dies ist weder haushaltsrechtlich noch verkehrsrechtlich zulässig. Die Kosten für einen Schleppereinsatz lägen bei ca. 7.000 bis 8.000 Euro pro Tag. Summiert auf einen 14-tägigen Einsatz beliefen sich die Kosten auf rd. 100.000 Euro. Selbst bei allem guten Willen wäre dies nicht durch den Gemeindehaushalt finanzierbar.

Auch kann die Gemeinde keine Genehmigung für einen Ersatzverkehr erteilen, sondern nur das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Ich bitte Sie dringend, umgehend Lösungen zur Wiederherstellung der Versorgung der Insel zu schaffen.

In Erwartung einer kurzfristigen Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen von der Insel Hiddensee
Gemeinde Seebad Insel Hiddensee
Der Bürgermeister
i.V.
Nils Gottschalk (stellvertretender Bürgermeister)
cc: Verkehrsministerium MV, Herr Witting
Amt West-Rügen, Frau Donig
Reederei Hiddensee

Zugleich wächst auf der Insel Hiddensee die Kritik an der Reederei Hiddensee. Der über 70jährige Dr. Egon Schlieker, der lange in der Gemeindevertretung Hiddensee aktiv war, blickt dabei zurück, um dann seinen Lösungsansatz zu präsentieren:

Die für Hiddensee und ihre Gäste völlig unzumutbare Situation, zumal sie schon wochenlang anhält und eine Wiederherstellung des „Normalbetriebes“ nicht in Aussicht steht, erleben wir ja nicht zum ersten Mal. Die Ursache ist immer die Gleiche: Mangelnde verkehrstechnische Voraussetzungen des verantwortlichen Schifffahrtsbetriebes. In den frühen 90er Jahren wurde seitens der Landesregierung der Reederei Hiddensee, Tochter der Weißen Flotte Stralsund, Tochter der Fördereederei und Seetouristik Flensburg, das Monopol im Schiffsverkehr Hiddensee nach Rügen und Stralsund zuerkannt. Die zuvor noch bestehenden Schifffahrtsbetriebe (4 Wassertaxen und das Neuendorfer Unternehmen Garden) wurden zum Aufgeben gezwungen.

Dr. Knapp als seinerzeit stellvertretender Landrat und eine einflussreiche Flensburger Lobby in Schwerin setzten das durch. Begründung zu dieser, rechtlich, kaum verständlichen Situation: Das Unternehmen, das den ganzjährigen Betrieb absichert, muss in den Saisonzeiten konkurrenzlos fahren dürfen. Das Ergebnis der inzwischen so absolvierten 16 Jahre – die Sicherheit des Verkehrs in Eiswintern wurde nicht gewährleistet. Daran haben Kapitäne und Besatzungen der Fähre Vitte keine Schuld, sie haben, besonders auch in diesem Winter, Hervorragendes geleistet. Dass die Fähre überhaupt solange durchgehalten hat, ist schon ein kleines Wunder. Technische Probleme wären wahrscheinlich kaum aufgetreten, wenn die Verantwortlichen des Unternehmens bereits mit Beginn der Eisperiode dafür gesorgt hätten, dass ein eisbrechendes Fahrzeug zur Verfügung steht, mit dem die Fahrrinne soweit frei gehalten wird, dass die Fähre im gebrochenen Eis fahren kann. Dazu reicht schon ein 300-PS-Schlepper. Dass so ein Fahrzeug bei rechtzeitig getroffenen Absprachen nicht zur Verfügung steht, siehe Insel Vilm, wird niemand ernsthaft behaupten wollen.

Es ist schon lange überfällig, dass die Landesregierung die von Anfang an vermurkste Sachlage bezüglich der Verantwortlichkeit und der erforderlichen Voraussetzungen in Ordnung bringt. Und das sollte nicht geschehen, ohne einige Hiddenseer, die über Generationen zurückreichende Erfahrungen in Sachen Eiswinter und Schifffahrt verfügen, an den notwendigen Beratungen zu beteiligen.

Hiddensee, 16. Februar 2010 (ur). Das Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern informierte heute über eine Unterstützung für die Hiddenseer. Diese brauchen ab heute nur noch die Hälfte des Preises für den Hubschrauber bezahlen:

Die Einwohner der Insel Hiddensee können ab heute zu günstigeren Preisen von der Insel zum Festland und zurück gelangen. Die Hubschraubertransporte werden ab sofort vom Verkehrsministerium bezuschusst. "Arztbesuche und andere dringende Erledigungen dürfen nicht davon abhängen, ob sich jemand einen Flug für 50 Euro leisten kann. Deshalb habe ich entschieden, aufgrund der derzeitigen Sondersituation die Hubschraubertransporte zu bezuschussen. Sie haben eine Funktion des öffentlichen Personennahverkehrs übernommen wie anderenorts der Bahnverkehr. Damit wollen wir schnell und unbürokratisch Hilfe leisten", sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann. Der Zuschuss wird aus Regionalisierungsmitteln finanziert, die für den öffentlichen Nahverkehr bereitstehen. Für Einwohner von Hiddensee kostet das Flugticket ab sofort nur noch die Hälfte (mithin 25 Euro) für Flüge von Vitte nach Schaprode. Die Fahrpreisreduzierung kann auch rückwirkend geltend gemacht werden. Für Besucher gilt weiterhin der Preis des Unternehmens (50 Euro).
Derzeit wird die Verkehrsanbindung der Insel Hiddensee per Hubschrauber gewährleistet, da die Reederei "Weiße Flotte" ihren Fährbetrieb eingestellt hat. Frachttransporte zwischen Schaprode und Vitte führt seitdem der Tonnenleger "Görmitz" durch, wohingegen Personen auf den Hubschrauber angewiesen sind, der täglich von 8.00 – 16.15 Uhr zwischen dem Sportplatz in Vitte und Schaprode nach Bedarf Fluggäste befördert.
Schlotmann zeigte sich enttäuscht von dem Verhalten der Reederei. "Natürlich ist der Fährbetrieb in dieser außergewöhnlichen Winterlage nicht einfach, zumal die gegen Eis verstärkte Fähre "Vitte" in die Werft musste. Dafür habe ich Verständnis, denn dafür kann niemand etwas. Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass ein Unternehmen, das seit 1993 die Konzession für Schiffsverkehr nach Hiddensee besitzt und einen Versorgungsauftrag innehat, in dieser einmaligen Situation so wenig Fingerspitzengefühl beim Umgang mit seinen Fahrgästen zeigt. Kundenfreundlichkeit ist für mich etwas anderes. Das haben wir dem Unternehmen sehr deutlich zu verstehen gegeben und das werden wir mit den Verantwortlichen in Hiddensee und dem Landkreis Rügen noch auswerten", so Schlotmann.

Die Reederei "Weiße Flotte" verfügt über die alleinige Konzession für eine Fährverbindung zur Insel und muss dafür im Gegenzuge die ganzjährige Verkehrsanbindung der Insel sicherstellen.

Das gegen Eis verstärkte Fährschiff "Vitte" muss derzeit repariert werden.
Kontakt:

Im Anschluss an die Entscheidung des Verkehrsministers teilte der Bürgermeister der Gemeinde Seebad Insel Hiddensee mit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie mir soeben mitgeteilt wurde, wird durch das Verkehrsministerium ein Zuschuss in Höhe von 25,-- für den Hubschrauberflug von Personen mit Inselausweis gewährt. Diese Regelung gilt ab sofort bzw. auch rückwirkend. Zu den Formalitäten der Rückerstattung erfolgt demnächst eine weitere Information; dies ist noch mit dem Landkreis abzustimmen. Eine entsprechende Presserklärung des Verkehrsministers, Herrn Schlotmann, wird heute im Nordmagazin gesendet.

Das Verkehrsministerium informierte weiterhin, das bis heute noch keine Gestattung der Befreiung von der Betriebspflicht für die Reederei Hiddensee gewährt wurde.

Durch die Reederei Hiddensee wurde ich informiert, das die MF Vitte am Donnerstag von der Werft in Rostock nach Hiddensee überführt wird.

Hiddensee, 17. Februar 2010 (ur). Heute informierte die Reederei Hiddensee, dass die MF Vitte früher als geplant die Werft verlassen wird und am 19. Februar wieder nach Schaprode kommt, wenn es die Eislage zulässt. Nachfolgend der Wortlaut dieser Erklärung:

Sieben Tage nachdem die Motorfähre „Vitte“ in einer Rostocker Werft auf Land genommen wurde, um die im Winterbetrieb gebrochene Schubstange der Steuerbord- Verstellpropelleranlage und den daraus resultierenden Kupplungsschaden zu reparieren, wird die „Vitte“ am morgigen Donnerstag, 18. Februar, wieder zu Wasser gelassen. „Wir werden die `Vitte` am Donnerstag im Interesse der Sicherheit zunächst auf Herz und Nieren testen, bevor wir sie dann am Freitag – wenn die Eislage es zulässt - zurück in das Hiddensee-Revier versegeln“, betont Jörg Lettau, Geschäftsführer der Weißen Flotte.

Lettau informiert weiter, dass der Tonnenleger „Görmitz“ am Donnerstag in Schaprode erwartet wird. Das eisbrechende Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) soll am Freitag neben der Inselversorgung auch den Weg für die „Vitte“ freibrechen. „Die Eisstärken der vergangenen Woche hätten, auch wenn die MF „Vitte“ intakt gewesen wäre, keinen Verkehr mit dem Schiff zugelassen. Dies gilt auch für die jetzigen Eisverhältnisse. Aus diesem Grund sind wir auf die Unterstützung des WSA angewiesen. Die Gespräche laufen und wir werden sofort nach einem vom WSA zugesagten aktuellen Eisbericht am Donnerstag über eine Wiederaufnahme des Verkehrs zum Wochenende entscheiden“, so Lettau weiter, der damit wiederholt auf die immer noch angespannte Eissituation im Hiddensee-Fahrwasser verweist.

Lettau dankt gleichzeitig dem Reparaturteam der Werft, die die Arbeiten in Rekordzeit, eine Woche früher als geplant, abschließen konnten: Weiter führte er aus: „Mein ganz besonderer Dank gilt allen Mitarbeitern der Reederei, die in Schaprode und Vitte, unter der Federführung der Geschäftsführerin Sabine Schmidt, die gesamte Notversorgung der Insel, trotz widrigster Witterungsbedingungen optimal und nahezu reibungslos organisiert haben“, so Lettau. Die Mitarbeiter wurden von der Reederei eingesetzt, obwohl sie seit nahezu vier Wochen keinerlei Einnahmen im Bereich des Inselverkehrs hat. „Unser Ziel und das unserer Mitarbeiter war von Beginn an die Absicherung der Grundversorgung auf Hiddensee. „Dieses Ziel haben die Reederei und ihre Partner erreicht“, betont Jörg Lettau abschließend.

Hiddensee, 19. Februar 2010 (ur).Zur geplanten Wiederaufnahme des Fährbetriebes zwischen den Ostsee-Inseln Rügen und Hiddensee teilte die Reederei Hiddensee heute mit:

Nachdem die Motorfähre "Vitte" nach erfolgreicher Reparatur am Freitag wieder im Hiddensee-Revier eingetroffen ist, wird das Schiff am Samstag, 20. Februar, einen eingeschränkten Eisverkehr zwischen Schaprode und Vitte (Hiddensee) aufnehmen. Somit ergeben sich folgende Abfahrtenzeiten für die ca. einstündige Überfahrt von bzw. nach Hiddensee.

ab Schaprode:
09.15 Uhr, 14.00 Uhr, 16.45 Uhr

ab Vitte (Hiddensee):
07.30 Uhr, 12.30 Uhr, 15.30 Uhr

Wichtig: Bei spontaner Anreise ist auf jeden Fall vorab eine Fahrplanauskunft unter 0180-321 21 50 oder www.reederei-hiddensee.de empfehlenswert, da es nach aktueller Eis- und Seezeichenlage auch zu zwischenzeitlichen Fahrtausfällen kommen kann, die im Einzelfall vom Kapitän der MF „Vitte“ entschieden werden.


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