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Von links beim besonderen Händedruck: Admiral a.D. Theodor Hoffmann und Dr. Günter Stavorinus. Das Foto oben links zeigt zwei Rentner, die sich am 17. Oktober 2009 wie gute alte Bekannte zum Abschied lachend die Hand gaben. Einer drehte sich dabei plötzlich in Richtung Kamera. Das Lachen zeigt, dass es ihn nicht störte, dass diese Szene von einem Journalisten fotografiert wurde. Angesichts des Umgangs mit deutscher Geschichte scheute sich damals indes noch so manch einer vor diesem Händedruck und das vor allem, wenn Medienpräsenz vorhanden war. Daher ist der freundliche und offensichtlich auch vom Herzen so gemeinte Händedruck zwischen einem einstigen DDR-Admiral und einem ehemaligem Mitarbeiter des US-Marinenachrichtendienstes so bemerkenswert. Er kam zustande nachdem Admiral a.D. Theodor Hoffmann und Dr. Günter Stavorinus vor weit über siebzig Teilnehmern am Forum „Wendemanöver Deutesche Geschichte – 20 Jahre nach Mauerfall und Grenzöffnung, Ereignisse und Gedanken“ über ihre Erlebnisse auf der jeweils anderen Seite des Kalten Krieges gesprochen hatten und sich den Fragen der Zuhörer stellten. Zu diesen sprachen auch der Militärhistoriker Fregattenkapitän a.D. Dr. Ingo Pfeiffer sowie Ernst Heinemann, Vorsitzender des Fördervereins Kap Arkona e.V. und Bürgermeister der Gemeinde Putgarten. Die Gemeinde und der Förderverein hatten zusammen mit der Marinekameradschaft Bug 1992 e.V. zum Forum in die Nebelsignalstation am Kap Arkona eingeladen. Nach dem Kolloquium sagte Dr. Günter Stavorinus zur Frage nach seinem Resümee: „Erst einmal fand ich es gut, dass überhaupt so eine Veranstaltung stattgefunden hat. Ich bewundere den Eifer der Menschen, die das organisiert haben. Das ist nämlich gar nicht so ganz leicht. Dann war ich entzückt von der Zusammensetzung dieses Gremiums. Da waren sehr viele alte, verdiente Genossen der Volksmarine dabei, die inzwischen einsichtiger geworden sind und nicht mehr alles so verklemmt sehen. Ich fand es auch sehr gut, dass Admiral Hoffmann in seiner Entgegnung zu dem Vortrag von Herrn Pfeiffer noch mal darauf verwiesen hat, dass von Seiten der NVA alles sozusagen in trockenen Tüchern war. Die hätten nicht eingegriffen. Wir hatten wirklich große Angst, dass ihnen die NVA aus dem Ruder läuft.“ Seine Angst, dass die „NVA aus dem Ruder läuft“, erläuterte der ehemalige Dr. Günter Stavorinus, im Gespräch mit konkreten Beispielen und sagte dann: „Wir sind sehr froh, dass Admiral Hoffmann und sein Stab... das so gesteuert haben, dass die NVA in Ruhe abgewickelt wurde“, dass sie „keinen Radau gemacht hat“ und „keine Krise“ auslöste. Der 1935 geborene Theodor Hoffmann war vom 18. November 1989 bis zum 23. April 1990 im Rang eines Admirals Minister für Nationale Verteidigung der DDR. Nach einer Regierungsneubildung im Ergebnis von Volkskammerwahlen gab es dann keinen Minister für Nationale Verteidigung der DDR mehr, sondern im Kabinett des DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière wurde Rainer Eppelmann Minister für Abrüstung und Verteidigung. Unter ihm wurde in einem eigens dafür eingerichteten Amt Theodor Hoffmann „Chef der NVA“ bis er am 24. September 1990 in den Vorruhestand geschickt wurde. Rückblickend auf seinen Weg erklärte Hoffmann am 17. Oktober 2009 im Interview nach dem Forum: „Erst einmal war die DDR mein Land.“ Mit der DDR habe er sich „emotional sehr verbunden“ gefühlt. „Ich komme aus einer Landarbeiterfamilie“, sagte Theodor Hoffmann. Dabei verwies er dankbar auf die ihm mögliche Laufbahnentwicklung. Auf diesem Weg habe er „nicht abgehoben“, sondern sich „eingebettet gefühlt eben in dieses Volk der DDR“. Es sei „1989/90 sehr wichtig gewesen, dass man sich gesagt hat: Wir fühlen uns dem Volk verantwortlich“. Daher sah er seine Verantwortung darin, so zu handeln, „dass alles gewaltlos verläuft“. Er wünschte sich, dass der „Anteil der Sicherheitskräfte der DDR am friedlichen Verlauf der Wende gesehen“ wird. Es stimme nicht, dass „nur die Bürgerbewegung und die Kirche die friedliche Wende getragen haben“.
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