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Der Kunstwissenschaftler Klaus Tiedemann verwies in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung darauf, dass sich manchmal Künstler einer Ausstellung erst beim Ausstellungsaufbau kennenlernen, so wie es dieses Mal der Fall war: "Wenn es gut geht, ergänzen sich die Exponate, kommen sich nicht ins Gehege, sondern geraten vielleicht sogar in einen Dialog miteinander und steigern ihre Wirkung und Austrahlung gegenseitig. Hier und heute hat es zwei Künstlerinnen getroffen, die vorher nie miteinander ausgestellt haben und sich auch sonst noch nicht über den Weg gelaufen sind. Die Keramikerin Antje Halter als Gast aus dem sächsisch-anhaltinischen Halle und Hanne Petrick, seit Jahrzehnten auf Rügen ansässig und mit ihrer Malerei unserer Insel mit Herz und Seele verbunden; zwei Künstlerinnen ganz unterschiedlichen Metiers also und ganz unterschiedlichen Generationen angehörend. Das kann eine spannende Begegnung werden und schon auf den ersten Blick spürt man ein gewisses Maß an Harmonie und Entsprechung, vielleicht sogar an Übereinstimmung in Mentalität und künstlerischer Haltung." Klaus Tiedemann stellte dann die beiden ausstellenden Künstlerinnen vor. Dabei sagte er u.a. zur Keramik von Antje Halter, dass er sehr überrascht sei,"eine so verträumte Keramik hier zu sehen." Er schwärmte von der "Phantasie der Form", wo er eigentlich "mehr eine Phantasie der Farbe und des Dekors erwartet" hatte. "Ich hoffe", so Klaus Tiedemann", "Sie werden diese angenehme Überraschung mit mir teilen, wenn Sie sich die einzelnen Objekte nachher anschauen. Antje Halters keramische Objekte erhalten ihre besondere Qualität auch durch den originalen Ausdruck, vor allem durch die Oberflächengestaltung in Farbe, Zeichnung und Ornamentik... Die zerbrechlich zarten Linien aus durchscheinenden lichten Farbglasurfeldern geben den Objekten den Hauch eines fragil-poetischen Weltverhältnisses, in dem sich die Künstlerin zu verwirklichen versucht..." Zusammenfassend bezeichnete Klaus Tiedemann die ausgestellten Kunstobjekte von Antje Halter als eine "überraschende, sehr spannende Kollektion..., für die wir sehr dankbar sind." Zur Malerin Hanne Petrick sagte Klaus Tiedemann u.a.: "Hier auf Arkona hatte sie 1994 eine ihrer ersten Personalausstellungen, drüben im Schinkelschen Leuchtturm. Seitdem habe ich ihre Ausstellungen immer mal wieder mit Eröffnungsreden begleitet: 1995 im Kulturhistorischen Museum in Stralsund, 1998 in der Galerie des Kulturhauses in Bergen und vor einem Jahr im Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt in Groß Schoritz und immer wieder ist sie hier am Kap mit ihren Arbeiten in Gruppenausstellungen vertreten, wie zurzeit im Peilturm bei den ZeitenSprüngen, wo Kunst Archäologie begegnet.Wenn man also die Malerei der Hanne Petrick über zwei Jahrzehnte beobachtet und begleitet, könnte man heute die Frage nach Entwicklungen und Wandlungen im Werk stellen, einem Werk, das sich strikt und konsequent auf Landschaftsdarstellung konzentriert." Doch diese Frage führe am Wesen ihrer Malerei vorbei: "Es geht hier vielmehr um Kontinuität und Vertiefung, mit der die Malerin dem Objekt ihrer Begierde sozusagen auf dem Leib rückt. Hanne Petrick ist mit Leib und Seele Landschafterin, das heißt bei ihr zuerst und vor allem Rügenmalerin." Vielleicht habe sie Rügen sogar dazu verführt, in der Malerei "den Sinn ihres Daseins zu suchen und sich eine berufliche Existenz darauf aufzubauen." Bei Hanne Petrick sei im Verlaufe der Jahre durch "learning bei doing eine originäre eigenständige malerische Handschrift" gewachsen. Ein "Duktus von Farben und Form" sei entstanden, "der dem Objekt der Darstellung ganz individuell gesehene, empfundene, ja verinnerlichte Eindrücke entlockt. Heute nennt die Malerin das Geheimnisse, denen sie bei der täglichen Neuentdeckung der Insellandschaft auf die Spur zu kommen sucht." Dies seien "Geheimnisse, die sie aus den Formen und Farben ihrer Motive empfängt, weniger wohl aus den Geschichten und der Geschichte, die sich um unsere Insel so reichlich ranken. Da ist sie dann von ähnlichen Inspirationen befangen, wie sie ihre norddeutschen Romantikerkollegen vor zweihundert Jahren auf Rügen beseelten, von Verklärung und Poetisierung, von Dramatisierung und Harmonisierung, vom Verhältnis des Menschen zur Natur, zur Schöpfung schlechthin, denn noch immer erscheint diese Insel ihren Malern als eine geheimnisumwobene Schöpfungsurlandschaft... Landschaft als Ausdrucksträger eines Weltgefühls, einer Welterfahrung im Sinne jenes Augenblicks von dem der Dichter sagt: Verweile doch, du bist so schön. Rügen als eines der letzten Refugien ewiger Schönheit und der Beschwörung eines zu bewahrenden Ausgleichs von Mensch und Natur - Angesichts von ökonomischen Zwängen vielleicht ein wenig weltfremd, aber auch ein Hoffnungszeichen. Die Malerin ficht das nicht an. Sie zieht bei jedem Wetter, bei Sonnenschein oder Sturm vor ihre Motive und ist ihren Geheimnissen auf der Spur.." Was dabei im künstlerischen Schaffensprozess als ästhetische Aneignung der Wirklichkeit entstand, können Sie in der Ausstellung "Geheimnisse meiner Landschaft" sehen. Wer zum Künstlerhaus am Kap Arkona fährt, um die Ausstellung zu sehen, kommt übrigens an der Atelier-Galerie der Malerin Hanne Petrick vorbei. Diese befindet sich in einem blauen Holzhaus in 18556 Altenkirchen, Neue Straße 2a. Wer durch Altenkirchen an den Plattenbauten vorbei nach Arkona fährt, kommt kurz vor der nächsten Kreuzung direkt zum Atelier-Haus der Malerin, das auch über Besucherparkplätze verfügt. Geöffnet ist in der Regel Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr. Am besten vorher anrufen und erkundigen, ob die Künstlerin anwesend ist: (038391) 595. Die aktuelle Ausstellung in der Galerie des Künstlerhauses am Kap Arkona fnden
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