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Ernst Moritz Arndt: Lebenslauf / Kurz-Biographie 1769-1860Editorial (ur): Über Ernst Moritz Arndt wurde in jüngster Vergangenheit vor allem in Greifswald heiß diskutiert. Auch auf Rügen ist er sehr bekannt. Vielerorts in Deutschland dürfte er indes auch weitestgehend unbekannt sein. Daher nachfolgend eine rein-sachliche biographische Kurz-Orientierung, ohne Wertungen seines Schaffens oder den Hinweis auf seine bis heute umstrittenen politischen Auffassungen. Das ist jenen Seiten vorbehalten, auf die am Ende des Lebenslaufes verlinkt. Ernst Moritz Arndt: Lebenslauf / Kurz-Biographie 1769-1860 Kindheit von Ernst Moritz Arndt auf der Ostsee-Insel Rügen 1769-1787 26. Dezember 1769: Geburt von Ernst Moritz Arndt in Groß Schoritz im Südosten der Insel Rügen. Sein Vater war hier Gutspächter. Die wechselnden Pachtgüter bestimmten den Ortswechsel. 1776 übersiedelte die Familie nach Dumsevitz in der Nähe von Groß Schoritz und 1780 nach Grabitz im Südwesten von Rügen sowie 1787 nach Löbnitz bei Barth. Rügen und das angrenzende Festland erlebten damals ihre Schwedenzeit als "Schwedisch-Pommern und Rügen". Diese Zeit endete 1815 als hier die preußische Herrschaftszeit begann. Ernst Moritz Arndt 1767-1791: Schulzeit in Stralsund, Flucht und Rückkehr sowie Vorbereitung auf das Studium Nach dem Unterricht bei Hauslehrern besuchte Ernst Moritz Arndt vom Februar 1787 bis Oktober 1789 das Gymnasium in Stralsund. Von hier floh er bis jenseits der Grenze von Schwedisch-Pommern, kehrte aber ins Elternhaus zurück und bereitete sich hier auf das Studium vor. Ernst Moritz Arndt 1791-1796: Studium in Greifswald und Jena Vom 4. Mai 1791 bis März 1793 absolvierte Ernst Moritz Arndt ein Theologiestudium an der Universität Greifswald. Es folgte vom 29. April 1793 bis Ende August 1794 eine Fortsetzung des Studiums an der Universität Jena. Anschließend kehrte er ins Elternhaus nach Löbnitz bei Stralsund zurück und absolvierte im Herbst 1796 sein theologisches Examen an der Universität Greifswald. Ernst Moritz Arndt 1791-1800: Hauslehrer, Bildungsreise, Rückkehr nach Löbnitz 1796 wurde Ernst Moritz Arndt Hauslehrer beim damals vergleichsweise berühmten Dichter und Pastor Kosegarten in Altenkirchen auf Wittow, der nördlichsten Halbinsel der Insel Rügen. Hier entschloss er sich, keine kirchliche Laufbahn einzuschlagen und begab sich ab Mai 1798 auf eine große Bildungsreise durch Deutschland und Europa, von der er im Oktober 1799 nach Löbnitz zurückkehrte. Ernst Moritz Arndt 1800-1811: Lehrzeit an der Uni Greifswald mit Unterbrechung durch Flucht vor Napoleon Am 5. März 1800 absolvierte Ernst Moritz Arndt seine Magisterprüfung an der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald und heiratete hier am 23. Februar 1801 Charlotte Quistorp, die Tochter des Professors Johann Quistorp. Am 23. Juni 1801 starb seine Frau an Kindbettfieber. Zum ordentlichen Adjunkten (Dozent) an der Universität Greifswald wurde Ernst Moritz Arndt am 13. Dezember 1801 ernannt. Greifswald gehörte zu jener Zeit zu Schwedisch-Pommern. Angesichts dessen war eine Reise ins schwedische Mutterland zu jener Zeit für die gebildete Schicht nicht ungewöhnlich. Ernst Moritz Arndt absolvierte diese Schwedenreise vom 1. November 1803 bis zum 8. September 1804 auf eigene Kosten und setzte dann ab dem 11. September 1804 seine Lehrtätigkeit an der Universität Greifswald fort. Am 11. April 1806 folgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Greifswald. Da er als Gegner Napoleons bekannt war, floh er im November 1806 ins schwedische Mutterland von Schwedisch-Pommern und Rügen. Nach dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation versuchte der schwedische König sein Schwedisch-Pommern und Rügen fest ins Mutterland zu integrieren. Damit verbunden war die Aufhebung der Leibeigenschaft, gegen die sich Arndt in einer seiner Schriften gewandt hatte. Arndt selbst arbeitete vor der Besetzung von Schwedisch-Pommern und Rügen durch die napoleonischen Truppen aktiv an der vollständigen Integration seiner schwedisch-pommersch-rügianischen Heimat in das Königreich Schweden mit. Seine Haltung zu diesem Integrationsprozess änderte sich erst, als der mit ihm verbundene schwedische König gestürzt wurde und sich damit verbunden die schwedische Politik veränderte. Als antinapoleonischer Propagandist des gestürzten schwedischen Königs wurde die Situation für Arndt sehr schwierig. Er floh aus dem schwedischen Mutterland auf einem Umweg in seine schwedisch-pommersche Heimat und lebte hier ab Anfang September 1809 versteckt und unter Decknamen, bevor er sich nach Berlin begab. Nach dem Abzug der Franzosen aus Schwedisch-Pommern kehrte er nach dort zurück und nahm erneut seine Lehrtätigkeit an der Universität Greifswald auf. Dort geriet er jedoch angesichts seiner antinapoleonischen Haltung in einen Gegensatz zu den herrschenden Kräften der Universität und bat unter vorgeschobenen Gründen, die einen offenen Bruch verhindern sollten, um Entbindung von den Lehrpflichten an der Universität Greifswald. Dazu kam es 1811. Ernst Moritz Arndt 1812-1815: Dichter und Sänger der Befreiungskriege gegen Napoleon Am 14. Juli 1812 begab sich Arndt nach Rußland und wirkte hier in einer sehr herausragenden Weise publizistisch an der Seite des Reichsfreiherrn vom und zum Stein gegen Napoleon und somit für die Befreiungskriege von der napoleonischen Fremdherrschaft in Europa. Ernst Moritz Arndt 1816-1854: Übersiedlung nach Bonn und dort Professor mit Vorlesungsverbot von 1819-1840 1815 kamen Schwedisch-Pommern und Rügen in den preußischen Herrschaftsbereich. Arndt hatte sich bereits zuvor in der napoleonischen Herrschaftszeit vom treuen Untertanen der schwedischen Krone zum deutschen Patrioten entwickelt. Da ihm eine Professur an der preußischen Universität in Bonn in Aussicht gestellt worden war, verlegte er seinen Wohnsitz nach dort. Im März 1817 war er letztmalig in seinem Leben auf der Insel Rügen und in Pommern. Am 18. September 1817 heiratete er Anna Maria Schleiermacher; die Stiefschwester des damals sehr berühmten Professors J. Schleiermacher aus Berlin. Im Oktober 1817 folgte die Übersiedlung nach Bonn und am 9. August 1818 die Ernennung zum außerordentlichen Professor für neuere Geschichte an der neugegründeten Universität Bonn. Aus politischen Gründen wurde er am 4. November 1819 von diesem Amt suspendiert. Erst am 2. Juli 1840 erfolgte seine Rehabilitierung durch die Aufhebung des Vorlesungsverbots und im August 1840 wurde er sogar zum Rektor der Universität Bonn gewählt. Von seiner damaligen Popularität kündet es, dass er vom 18. Mai 1848 bis zum 20.Mai 1849 Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche zu Frankfurt/Main war. Hier agierte er mit einer deutsch-nationalen, konservativ-monarchistischen Haltung für einen deutschen Einigungsprozess. Ernst Moritz Arndt 1855-1860: Geehrt als Vorkämpfer der deutschen Einheit und "Sänger der Befreiungskriege" Als Vorkämpfer für ein geeintes, starkes deutsches Vaterland und Sänger der Befreiungskriege gegen Napoleon wurde Ernst Moritz Arndt in seinen letzten Lebensjahrzehnten wiederholt geehrt. Im Jahr 1854 beendete er seine Vorlesungstätigung und starb hochgeehrt im Alter von 90 Jahren am 29. Januar 1860 in Bonn. News-History zu Ernst Moritz Arndt Ernst Moritz Arndt und der umstrittene Name Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.
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