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/ © Fotos und Texte: Dr. Wolfgang Urban (ur)
Krieg und Frieden: "Wer will eigentlich Krieg?"
Editorial (ur): Selbst jene, die Kriege planen und beginnen, haben nicht selten das Wort "Frieden" im Mund. Sie tun dabei so, als sei der Übergang vom Frieden zum Krieg notwendig, um mit seiner Hilfe einen stabilen Frieden zu etablieren und einem Überraschungsangriff der anderen Seite zuvorzukommen. In jüngster Vergangenheit wurde auch ein Krieg mit dem behaupteten Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak begonnen. Damals, also im Jahr 2003, entstand die Veranstaltungsreihe des Rügener Friedensbündnisses "Wer will eigentlich Krieg?" Der folgende Artikel handelt von dem jüngsten dieser Vortrags- und Diskussionsabende auf der Insel Rügen. Darunter sind weitere Links und Infos zu den im Artikel behandelten Themen, die ggf. aktualisiert werden, so wie es auf dieser Seite beim Hinweis auf eine Veröffentlichung von Christine Buchholz am 11. September 2010 zum Afghanistan-Krieg bereits geschehen ist.
Wer will eigentlich Krieg? Veranstaltungsreihe des Rügener Friedensbündnisses
Von Wolfgang Ullmann am 2. September 2003 zu Christine Buchholz am 31. August 2010
Themen: Kriegsvorbereitende Manipulation beim Irak-Krieg und Forderung "Raus aus Afghanistan"
Artikel von Wolfgang Urban
Sassnitz auf der Insel Rügen. Mit Wolfgang Ullmann vom Bündnis 90/DIE GRÜNEN
begann am 2. September 2003 die Veranstaltungsreihe des Rügener Friedensbündnisses
"Wer will eigentlich Krieg?". Der damals 84-jährige Ullmann, der von 1990 bis 1994 Mitglied
des Bundestages war, erinnerte daran, was vor dem Irak-Krieg von der Kriegsbefürwortern
verbreitet wurde und wie sehr es sich als kriegsvorbereitende Manipulation erwiesen hat.
"Die Friedensbewegung", so Ullmann an jenem 2. September 2003 in Sassnitz;
"hatte recht als sie sagte: Es läuft auf Krieg hinaus!"
Für ihn war dies zugleich ein Beispiel dafür, dass die Friedensbewegung
"nicht auf Illusionen, sondern auf poilitischen Tatsachen basiert."

2. September 2003, am Tisch von links: Wolfgang Ullmann (Bündnis 90/Die Grünen),
Thurid Pörksen (Pastorin in Sassnitz, Rügener Friedensbündis) und Walter G. Goes
(Rügener Künstler, der die Veranstaltung moderierte), Infos zu der Veranstaltung: HIER
Im Rahmen der immer noch existierenden Veranstaltungsreihe "Wer will eigentlich Krieg?" berichtete
rund sieben Jahre später am 31. August 2010 Christine Buchholz im Kurhotel in Sassnitz
faktenreich aus eigenem Erleben über den Afghanistan-Krieg. Dabei waren Opfer der
deutschen Kriegsbeteiligung und Angehörige von Getöteten zu sehen:
Christine Buchholz; Mitglied des Deutschen Bundestages,
Friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und
Mitglied des KUNDUS-Untersuchungsausschusses mit einem
der Bilder von ihren Gesprächen in Afghanistan Anfang 2010.
Christine Buchholz führte während des Vortrags- und Diskussionsabends in Sassnitz vor Augen,
warum nicht nur sie, sondern auch Afghanen den Abzug der ausländischen Truppen fordern.
"Raus aus Afghanistan!" ist für sie der einzig richtige deutsche Weg in die Zukunft.
Weiter führende Infos und Links:
Internetseite der Bundestagsabgeordneten Christine Buchholz: http://christinebuchholz.de/
Am 11. September 2010 veröffentlichte Christine Buchholz auf ihrer Internetseite die folgende Haltung zur aktuellen Situation in Afghanistan: "Die kritischen Stimmen zum NATO-Einsatz in Afghanistan mehren sich." Sogar eine überparteiliche Gruppe von 35 führenden US-Außenpolitikexperten habe nun in einem Bericht festgestellt, dass die aktuelle „Counterinsurgency“-Strategie gescheitert sei. Nun ist die Bundesregierung gefordert, endlich die Realität in Afghanistan anzuerkennen." Dazu gehöre auch, "dass die von der NATO unterstützte Regierung in Kabul durch ihre Korruption die Afghanen jährlich 2,5 Milliarden Dollar kostet, wie die Vereinten Nationen schätzen. Auch deswegen verachten und bekämpfen immer mehr Afghanen diese Regierung und ihre militärischen Unterstützer." Jetzt gelte es, so Christine Buchholz, "die Konsequenzen zu ziehen und nach dem Vorbild Kanadas und der Niederlande die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen". Weitere Infos mit diesem Link: http://christinebuchholz.de/2010/09/11/bundesregierung-soll-endlich-die-realitat-in-afghanistan-anerkennen-%e2%80%93-und-die-bundeswehr-abziehen/
Afghanistan-Seite mit News und Infos zum Afghanistan-Krieg:
http://www.ruegen-akademie.de/global/afghanistan-krieg/news.php
Zu den Ursachen des Irak Krieges:
Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair verteidigte am 29. Januar 2010 in London seine Entscheidung für den Beginn des Irak-Krieges im März 2003 und das damit verbundene Ziel, Saddam Hussein zu stürzen. Als Grund für den Krieg ohne UNO-Mandat hatte er damals die Massenvernichtungswaffen des Irak benannt, die aber bis heute nicht gefunden wurden. Dazu war rund ein halbes Jahr zuvor ein Regierungsbericht über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak vorgelegt worden. Tony Blair hatte dabei von der zweifelsfreien Existenz dieser Massenvernichtungswaffen gesprochen. Behauptet worden war auch, dass der Irak 45 Minuten nach einem Befehl seines Präsidenten Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen abfeuern könne. Später war dann eingestanden worden, dass sich die 45 Minuten auf Gefechtsmunition und nicht auf Raketen bezog, die Massenvernichtungswaffen transportieren können. Weiterlesen auf der folgenden Seite beim Datum 29. Januar 2010: http://www.ruegen-akademie.de/global/Irak/Irak-Krieg_News_und_Geschiche.php
Dokumentation: Veranstaltungsreihe "Wer will eigentlich Krieg?" des Rügener Friedensbündnisses
Rückblick: So wie die Veranstaltung mit Wolfgang Ullmann im Jahr 2003 fanden auch die weiteren Vortrags- und Diskussionrunden zur Frage "Wer will eigentlich Krieg?" jahrelang in der Regel im Saal des Grundtvighauses oder im Veranstaltungsraum im Kurhotel Sassnitz statt. Später folgten Veranstaltungsorte in anderen Orten der Insel Rügen. Dabei ging es um immer weitere Aspekte der Frage "Wer will eigentlich Krieg?", so auch bei der Veranstaltung mit Sven Giegold (Attac). Weitere Gäste dieser Veranstaltungsreihe waren bisher Bettina Röder (Journalistin), Andreas Zumach (UNO-Korrespondent, Journalist), Isabel Cole aus den USA, Sahra Wagenknecht (Mitglied des Europäischen Parlaments, Die Linke, Thema "Venezuela"), Daniela Dahn (Schriftstellerin), Pfarrer Christian Ohm ("Islam als Bedrohung?"), Uta Ruge (Journalistin), Turmalin-Theater (Kassandra nach Christa Wolf), Uli Reinhardt (Fotograf, peace-counts-Projekt), David Kroschel (Student der Politikwissenschaften zum Thema Irland); Petra Pau (Bundestagsabgeordnete, Die Linke), Thema: Deutsche Sicherheits- und Außenpolitik); Thomas Dabel (Polizist, Erlebnisbericht zu seinem Einsatz in Afghanistan und anschließende Diskussion); Bettina Gaus (Journalistin, "Frontberichte - Die Macht der Medien in Zeiten des Krieges"); Harald Hahn und David Fuhr ("Lob der Verzweiflung" Szenischer Abend mit Liedern und Texten); Podiumsdiskussion zur "Deutschen Außen- und Sicherheitspolitik" mit Nico Völker (FDP), René Gögge (Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Marianne Linke (Linkspartei.PDS), Walter G. Goes (Moderation); Gisela Steineckert (Schriftstellerin, "Der Friede der Mütter, Töchter und Enkelinnen" Prosa, Lyrik, Gespräche). Bernhard Scholz (Bibelforscher über KZ-Häftlinge in Sassnitz); Dr. Klaus Blessing (Ökonom. "Globalisierung - Chance für die Entwicklungsländer?"; Dr. André Brie (Mitglied des Europaparlaments, Die Linke "3 Jahre nach Kriegsbeginn - Demokratie im Irak?"); Bernhard Schmid (Paris / "Krieg in den Pariser Vorstädten?"); Wolfgang Gehrcke (Obmann der Partei Die Linke im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages / "Krieg in Nahost - Wie kann ein gerechter Frieden in der Region erreicht werden?" Veranstaltung zum Thema "Warum daran erinnern? Stolpersteine nach Garz in Sassnitz, Bergen und ...?" mit Heike Radvan (Amadeu Antonio Stiftung) und Katharina Rostock (Dokumentationszentrum Prora), Moderation Andreas Küstermann (Journalist), "G8 - teure Gäste, heiße Luft und was noch?" mit Peter Wahl (attac) und Monty Schädel (DFG-VK). Christine Buchholz: "Wer will eigentlich Krieg? Raus aus Afghanistan!" Wenn die nächste Veranstaltung feststeht, dann wird sie auf der folgenden Seite angekündigt: Wer will Krieg?
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